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Karsten Seier im Videogespräch Momentum ohne Hype: Warum langfristige Trends zählen

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Momentum gehört zu den am besten untersuchten Effekten an den Finanzmärkten. Doch Trendfolge ist nicht gleich Trendfolge. Während viele Ansätze Kursbewegungen über neun oder zwölf Monate betrachten, setzt Karsten Seier von ODDO BHF Asset Management auf einen deutlich längeren Horizont von drei Jahren. Ziel ist kein kurzfristiges Trend-Trading, sondern Unternehmen zu identifizieren, deren Kursentwicklung von länger anhaltenden positiven Entwicklungen getragen wird.

Im Gespräch mit unserem Chefredakteur Ingmar Höhmann beim private banking kongress in Hamburg erklärt Seier, warum der Investmentprozess seit 26 Jahren nicht grundlegend angepasst werden musste und weshalb kurzfristige Marktbewegungen bewusst ausgehalten werden. Selbst auf Ereignisse wie einen plötzlichen Ölpreisschock reagiert die Strategie nicht unmittelbar – mit der Erwartung, dass kurzfristige Überreaktionen häufig wieder korrigiert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die hohe Konzentration des US-Aktienmarktes. Ein einfacher Momentum-Ansatz hätte in den vergangenen Jahren stark auf Technologiewerte gesetzt. Seier versucht solche Klumpenrisiken durch eine breite Diversifikation über verschiedene Sektoren zu begrenzen. Trotz der starken Entwicklung der großen Tech-Werte war sein Ansatz gegenüber diesen Titeln nach seinen Angaben in Summe untergewichtet. Seine Erfahrung aus mehr als 25 Jahren systematischen Investierens bringt er dabei auf einen einfachen Nenner: Komplexität führt nicht automatisch zu besseren Ergebnissen.

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