Möglicher Ausstieg des Bundes Unicredit hat Interesse an der Commerzbank

Eine Filiale der Commerzbank: Am Anteil des Bundes an der Großbank zeigen offenbar zwei europäische Institute Interesse. | © Getty Images

Eine Filiale der Commerzbank: Am Anteil des Bundes an der Großbank zeigen offenbar zwei europäische Institute Interesse. Foto: Getty Images

Die Großbank Unicredit hat Interesse an der Commerzbank. Die Mutter der Hypovereinsbank habe demnach gegenüber der Bundesregierung Interesse an dem Frankfurter Geldhaus signalisiert, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Regierung lasse aktuell überprüfen, wie stichhaltig das Interesse von Unicredit sei.

Die Bundesregierung stehe einem möglichen Verkauf aufgeschlossen gegenüber, berichtet unter anderem die „Wirtschaftswoche“ unter Berufung auf einen Insider. Das weitere Engagement des Bundes bei der Commerzbank steht offenbar in Frage. Derzeit hält der Bund rund 15 Prozent an der Commerzbank.

Der Anteil stammt noch aus der Unterstützung während der Finanzkrise, als der staatliche Bankenrettungsfonds Commerzbank-Anteile für 5,1 Milliarden Euro übernommen hatte. Damit ein Ausstieg finanziell für den Bund nicht zum Verlustgeschäft werde, müsse der Aktienkurs aber noch deutlich steigen, so die Einschätzung. Bislang hatte der Bund erklärt, keine Verluste beim Ausstieg in Kauf nehmen zu wollen.

Weiterhin berichtet die „Wiwo“, dass es mit der BNP Paribas einen weiteren Interessenten gebe. Demnach favorisiere Bundesregierung einen Zusammenschluss offenbar mit der französischen Großbank. So könnte ein starkes deutsch-französisches Institut auch ein Signal für eine Vertiefung der europäischen Bankenunion sein, wie das Magazin aus Finanz- und Politikkreisen erfuhr.

Der Kontakt sei bisher informell und in einem frühen Stadium, ein Deal erst mittelfristig bis langfristig möglich. Wegen der anstehenden Bundestagswahl werde es ohnehin keine schnelle Einigung mit einem der Interessenten geben. Eine derart bedeutsame Entscheidung müsse die neue Bundesregierung treffen, hieß es.