Mögliche Revolution auf dem Bankenmarkt Commerzbank bietet für Nord/LB

Olaf Scholz: Hinter dem Gebot der Commerzbank steckt mögicherweise der Versuch des Bundesfinanzministers, über Bande zu spielen.  | © Getty Images

Olaf Scholz: Hinter dem Gebot der Commerzbank steckt mögicherweise der Versuch des Bundesfinanzministers, über Bande zu spielen. Foto: Getty Images

Die Commerzbank beteiligt sich am Bieterverfahren für die Nord/LB. Das Institut habe ein unverbindliches Angebot für die Landesbank abgegeben, berichtet die „Süddeutsche“ unter Berufung auf einen Insider, der damit eine Meldung des „Handelsblatt“ bestätigte. Commerzbank und Nord/LB wollten sich demnach nicht dazu äußern.

Der Schritt kommt überraschend: Die Landesbank hat noch immer an ihrem sehr verlustreichen Geschäft mit Schiffskrediten zu knappsen, das die Commerzbank gerade erst mühsam abgebaut hat. Darüber hinaus wäre der Einstieg der privaten Commerzbank an einer staatlichen Landesbank ein absolutes Novum auf dem deutschen Bankenmarkt.

Zugleich könnte es die Commerzbank auf die Braunschweiger Sparkassentochter der Landesbank abgesehen haben, spekuliert die „Süddeutsche“: Die Commerzbank verfolge schon lange das Ziel, den öffentlich-rechtlichen Sektor durch den Kauf einer Sparkasse quasi aufzubrechen.

Möglich ist aber auch noch ein ganz anderes, politisches Motiv: So soll Bundesfinanzminister Scholz auf eine Fusion von LBBW, Helaba und Nord/LB drängen. Das Commerzbank-Gebot könnte daher einen Versuch darstellen, den Handlungsdruck auf LLBW und Helaba zu erhöhen. Durch den 15-Prozent-Anteil des Bundes an der Commerzbank kann Scholz direkt auf das Institut einwirken, was bei den Landesbanken nicht der Fall ist.