Mit Nutznießern der Krise Neustart für mehr Nachhaltigkeit

Leitet die internationalen Marktstrategien von Goldman Sachs Asset Management (GSAM): James Ashley.

Leitet die internationalen Marktstrategien von Goldman Sachs Asset Management (GSAM): James Ashley. Foto: GSAM

Die Ereignisse der letzten Monate haben in Frage gestellt, wie Volkswirtschaften üblicherweise funktionieren, Haushalte konsumieren und Unternehmen ihre Geschäfte betreiben. Die Infektionskrankheit Covid-19 wirkte als Katalysator und beschleunigte den Wandel. Wir gehen davon aus, dass die Kapitalmärkte jene Unternehmen bevorzugen werden, die sich gut positioniert haben, um vom neuen Umfeld zu profitieren. Dabei stehen Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungs-Kriterien (kurz: ESG) im Vordergrund.

Den S-Faktor nutzen – mit Engagement

Bei Anlagen nach ESG-Kriterien hat das „E“, sprich die Umwelt, an Bedeutung gewonnen, weil die Folgen des Klimawandels sich jetzt deutlicher zeigen. Das „G“ ist selbstverständlich, denn Aktionäre erwarten von ihren Unternehmen eine effektive Unternehmensführung. Aktuell wird aber zunehmend auf das „S“ geachtet, nachdem soziale Aspekte während der Pandemie in den Vordergrund gerückt sind.

Schauen wir genauer hin: Unternehmen, die sich um die langfristige Sicherheit von Mitarbeitern, Kommunen und Kunden kümmern, entwickeln eventuell eine viel höhere Widerstandsfähigkeit, um die aktuellen Herausforderungen zu überstehen – neue Bedarfe, etwa auch online, zu bedienen. Ihnen gegenüber stehen Firmen, die hier nicht führend sind. Wir gehen davon aus, dass wir von gut aufgestellten Unternehmen ein stärkeres Engagement in ESG-Bereichen sehen werden.

Anleger profitieren weiter mit ESG

Aus der Portfolio-Perspektive haben wir festgestellt, dass Vermögensverwalter, die in ihrem Investmentprozess ESG-Faktoren berücksichtigen, in der Vergangenheit besser abgeschnitten haben als ihre Vergleichsgruppe insgesamt (Grafik 1). Aktive ESG-Fonds sind sowohl im obersten Quartil der aktiven US-Large-Cap-Fonds beim Rating-Dienst Morningstar überrepräsentiert als auch im untersten Quartil dieses Universums unterrepräsentiert – was zeigt, wie es von Vorteil sein kann, wenn ESG-Faktoren in den Investmentprozess integriert werden.

Grafik 1: ESG-Anleger haben nachhaltig die Nase vorn


Quelle: Morningstar und GSAM Strategic Advisory Solutions. Stand: 31. Mai 2020. Die Analyse basiert auf den ältesten Anteilklassen der rund 1.000 in den USA ansässigen US-Large-Cap-Fonds der Morningstar Kategorien Large Blend, Large Growth und Large Value, und die Fonds werden nach Performance in Quartile unterteilt.