Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an professionelle Investoren. Bitte melden Sie sich daher einmal kurz an und machen einige berufliche Angaben. Geht ganz schnell und ist selbstverständlich kostenlos.
Haben Sie vor, zukünftig auch ETFs aufzulegen?
Rupf Bee: Nein, wir sind und bleiben ein aktiver Manager – aus Überzeugung. Wir möchten im Interesse unserer Kunden aktiv Einfluss nehmen. Wir stimmen auf Hauptversammlungen treuhänderisch für sie ab. Dafür muss man aktiv investieren. Wie wollen Sie passiv nachhaltig investieren? Selbstverständlich kann man ESG-Indizes folgen, eine aktive Einflussnahme ist dann aber nur schwer möglich.
Man trifft in diesem Business nicht viele Frauen. Warum ist das so?
Rupf Bee: Diese Frage können andere vermutlich besser beantworten. Ich bin nicht in Deutschland, nicht einmal in Europa aufgewachsen, und ich hatte immer ähnliche Karrierechancen wie meine männlichen Kollegen. Dieses Thema scheint mir vor allem ein mitteleuropäisches Phänomen zu sein. In meiner Zeit in Asien beispielsweise waren alle meine Bereichsleiter Frauen.
Sie sagen ein Mitteleuropäisches Problem. Hier wird oft über Quoten diskutiert. Was halten Sie davon?
Rupf Bee: Auch diesbezüglich möchte ich mich gerne mit Ratschlägen zurückhalten. Vielleicht nur so viel: Die Karrierewege von Männern und Frauen haben auch viel mit Erziehung und Rollenprägung zu tun. Und ich habe das Gefühl, dass sich hier gerade einiges ändert.
Würde Sie nochmal das Investment Banking reizen?
Rupf Bee: Nein, ich habe mich über die vergangenen knapp 20 Jahre im Asset Management spezialisiert und fühle mich dort sehr wohl. In Sachen Nachhaltigkeit etwas bewegen zu können, und gerade Impact Investing, liegt mir auch persönlich sehr am Herzen. Hier wird mit der Kapitalanlage neben einer finanziellen Rendite noch etwas Gutes zu bewirkt. Klingt vielleicht idealistisch, aber ich glaube daran und das bereichert mich.
Hat ESG für Sie den Blick auf ihre Arbeit verändert?
Rupf Bee: Ich finde es schön, dass das Thema endlich Fahrt aufnimmt. Ich beschäftige mich bereits seit 20 Jahren damit. Lange hieß es von Investoren: Ja, ich finde Nachhaltigkeit gut, aber ich habe Bedenken hinsichtlich der Performance. 2002, noch im Investment Banking, habe ich die ersten CO2-Zertifikate mit herausgebracht. Das lief am Anfang sehr träge, aber da gab es für mich einen kleinen Sinneswandel - wir haben das Richtige getan.
