Millionen-Schwelle Berenberg will sich von ertragsschwachen Kunden trennen

Eine Millionen Euro sollten es schon sein: Kunden, die der Vermögensverwaltung der Privatbank Berenberg weniger als diese Summe überlassen, sollen in der vergangenen Woche vom Post vom Institut erhalten haben. Das berichtet das „Handelsblatt“ in seiner Montagsausgabe.

Das „Handelsblatt“ zitiert aus dem Schreiben: „Damit wir die gebotene Streuung auf gemeinsam definierte Anlagenklassen zur Minimierung der Anlagerisiken herbeiführen können, steht unsere Expertise ab einem liquiden Vermögen in Höhe von zirka einer Million Euro zu Verfügung.“

Ein Sprecher der Bank bestätigte dem „Handelsblatt“ das Vorhaben, sich von weniger ertragreichen Kunden trennen zu wollen. Von der kommunizierten Eine-Million-Grenze können aber in Ausnahmefällen auch abgewichen werden.

"Rasenmähermethode wäre töricht"

Wie im Schreiben bereits erwähnt, hält die Bank eine Summer von mindestens einer Million Euro für nötig, um das Vermögen ausreichend streuen zu können. Zudem lohnen sich für die Bank kleinere Mandate kaufmännisch dann nicht, wenn Kunden das letzte Wort bei der Anlageentscheidung haben wollen. Denn in diesen Fällen bringen die sich verschärfenden gesetztlichen Vorgaben steigende Kosten mit sich, so der Sprecher.

Gegenüber dem private banking magazin kommentiert ein Sprecher von Berenberg die Maßnahme wie folgt: „Berenberg bietet eine komplexe Private-Banking-Dienstleistung, die aus Gründen der Risikostreuung erst ab einem bestimmten Volumen optimal umgesetzt werden kann. Als Richtgröße sehen wir hierfür eine Million Euro an. Es ist allerdings nicht so, dass wir uns generell von Kunden trennen, die unterhalb dieser Richtgröße liegen. Ein solches Vorgehen nach der Rasenmähermethode wäre töricht. Wenn ein Kundenberater der Meinung ist, dass wir nicht der richtige Partner für die Bedürfnisse des Kunden sind, spricht er das im Einzelfall jedoch offen an.“