Milliardärs-Studie von UBS und PwC Was entscheidend für den Erhalt eines Milliardenvermögens ist

Josef „Joe“ Stadler leitet als Generaldirektor Wealth Managment bei der UBS das Geschäft mit UHNWIs

Josef „Joe“ Stadler leitet als Generaldirektor Wealth Managment bei der UBS das Geschäft mit UHNWIs

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Die Nachfolgeplanung ist der Erfolgsfaktor schlechthin für Milliardärsfamilien. Das zeigt die jüngste Untersuchung „The changing faces of billionaires“ der Häuser UBS und PwC. Sie basiert auf der Milliardärs-Studie „Master architect of great wealth and lasting legacies“, die die Schweizer Großbank und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft im Mai dieses Jahres veröffentlicht hatten.

Demnach sind von den weltweit 289 Milliardären, die im Jahr 1995 gezahlt wurden, nur noch 44 Prozent auch noch heute Milliardär. 73 Hochvermögende haben sich seitdem aufgrund von nicht aufgehender Geschäftspläne aus der Milliardärs-Liste verabschiedet.

Bei weiteren 66 führten der Tod oder Steuerzahlungen dazu, dass sie nicht mehr auf der Liste stehen. Bei 24 Familien folgte durch das Vererben auf mehrere Nachkommen, dass das vorherige Milliardenvermögen nun auf mehrere Millionenvermögen aufgespalten wurde.

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Quelle: UBS/PwC Billionaires 2015

Durch Schaden klug geworden

„Die verbleibenden Milliardäre der 1995er Gruppe konnten indes ihr Vermögen verdreifachen“, erklärt Joe Stadler, Chefs der globalen Geschäfts mit UHNW-Kunden der UBS. Aus durchschnittlich 2,9 Milliarden US-Dollar machten sie in rund 20 Jahren 11 Milliarden Dollar. Damit wuchsen die Vermögen schneller als die Wertentwicklung der Aktienmärkte oder die globale Wirtschaft.

„Die, die es geschafft haben, zeichnet aus, dass sie wohl überlegt Risiken eingehen und sich auf ihre zentralen Vermögenswerte fokussieren können“, so Stadler. Sie hätten mehrere Krisen gemeistert und die Erfahrung gemacht, dass man beispielsweise nicht „over-leveraged“ sein sollte, dass man stets das Szenario einer Rezession mit einplanen sollte und die Themen Regulatorik und Steueroptimierung nicht vernachlässigen darf.

Gerade letzter Punkt sei nicht zu unterschätzen: „Bewegt man sich zum Zeitpunkt eines Erbfalls in einer steuerrechtlich ungünstigen Jurisdiktion, sind auch für Milliardäre schnell mal größere Vermögensteile von im Extremfall über 50 Prozent einfach an den jeweiligen Fiskus gegangen“, sagt Stadler.

Neben den Alt-Milliardären sind seit 1995 weltweit 1.221 zehnstellige Vermögen hinzugekommen. Dabei haben sich gewisse Branchen als Milliardärs-Macher gezeigt, darunter die Konsumgüter-, die Technologie- und Finanzindustrie. Andere Sektoren wie die Industrie, das Immobiliengewerbe und die Gesundheitsbranche erwiesen sich weniger vielversprechend.

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Quelle: UBS/PwC Billionaires 2015