Aus Benko-Insolvenzmasse Wiener Milliardär kauft zweite Signa-Immobilie

Das einstige Karstadt-Gebäude in Berlin soll jetzt dem österreichischen Milliardär Georg Stumpf gehören.

Das einstige Karstadt-Gebäude in Berlin soll jetzt dem österreichischen Milliardär Georg Stumpf gehören. Bildquelle: Imago / Joko

Der österreichische Milliardär Georg Stumpf hat eine Immobilie aus dem Besitz der Insolvenzmasse von René Benko gekauft. Es handelt sich um das Gabäude an der Shoppingmeile Kurfürstendamm in Berlin, in der viele Jahre die Warenhauskette Karstadt (heute Galeria) war. Der Kaufpreis beträgt laut Immobilienzeitung 155 Millionen Euro. Eine mit der Angelegenheit von Stumpf Development vertraute Person, bestätigte gegenüber dieser Redaktion den Kauf.

 

Hinter der Baufirma mit Sitz in Wien steht Georg Stumpf. Die Raiffeisen Bank International, die Hessische Landesbank, die Deutsche Hypo/Norddeutsche Landesbank und die Hypo Vorarlberg verzichten laut der Zeitung „Die Welt“ als Gläubigerbanken der insolventen Signa-Gruppe auf einen Großteil ihrer Forderungen. Auf der ehemaligen Benko-Immobilie lasten laut der Immobilienzeitung Schulden in Höhe von 225 Millionen Euro.

Auf Anfrage dieser Redaktion teilte die Raiffeisen Bank International mit, dass sie die Angaben weder bestätigen noch dementieren. Die Norddeutsche Landesbank beruft sich auf das Bankengeheimnis. Auch die Hypo Vorarlberg und die Hessische Landesbank machen auf Anfrage dieser Redaktion keine Aussage. Per Telefon äußert sich die Stumpf Development nicht zu den Plänen für die Immobilie.

Forbes bezifferte das Vermögen des 53-jährigen Georg Stumpf im vergangenen Jahr auf 11,8 Milliarden Euro. Stumpfs gleichnamiger Vater baute das Bauimperium in Wien auf. Er ließ unter anderem 1999 den 202 Meter hohen Millennium Tower in Österreichs Hauptstadt erbauen. 

Immer mehr Benko-Immobilien wechseln Besitz 

Vor einem Jahr kaufte Stumpf bereits das ehemalige Lamarr-Kaufhaus, ebenfalls in Wien, für 100,5 Millionen Euro – es war auch Teil von Benkos Insolvenzmasse. Stumpf lässt es derzeit abreißen und will 200 Wohnungen, sowie Platz für Einzelhandel und ein Vier-Sterne-Hotel schaffen. Die Fertigstellung ist Anfang 2028 geplant. 

 

René Benko meldete im Herbst 2023 Insolvenz an. Seine Immobiliengruppe bestand aus über 1.000 Unternehmen. Ihm werden Betrug und Untreue vorgeworfen. Anfang Oktober wurde Benko in Innsbruck zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. In dieser Sache wird ihm vorgeworfen, Gelder vor Gläubigern verborgen zu haben. Die Strafe ist noch nicht rechtskräftig. Aktuell laufen weitere Justizverfahren gegen Benko.

Auch für die Alte Akademie in München war ein Nutzungsmix aus Einzelhandel, Gastronomie, Büros und Wohnungen geplant. Als Kaufinteressent wird die Familienstiftung Thiele gehandelt. 

Eine der bekanntesten Benko-Ruinen ist der Elbtower in Hamburg. Jüngst teilt die Stadt Hamburg mit, dass sie einen Teil des Gebäudes für einen dreistelligen Millionenbetrag erworben hat. In diesem Jahr wechselte auch das „Thalia-Haus“ in der Hamburger Innenstadt den Besitzer – es gehörte zuvor ebanfalls zur Insolvenzmasse von René Benko.

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