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Michael Hasenstab zur Zukunft Mexikos Wie Mexiko dem Populismus-Schicksal entkommen kann

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Reaktion der Märkte weitgehend wohlwollend

Trotz einiger längerfristiger politischer Unsicherheiten im Nachgang der Wahl haben die Märkte in den vergangenen Wochen insgesamt recht positiv reagiert. Dies ist zu weiten Teilen der mexikanischen Zentralbank zu verdanken, die vor dem Hintergrund der Wahlen an ihrer orthodoxen Geldpolitik festgehalten hat. So hat sie am 21. Juni ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 7,75 Prozent erhöht und dabei ihre Absicht erkennen lassen, den Peso weiter zu stützen und eine Verankerung der Inflationserwartungen zu bewirken.

Als Reaktion hierauf wurde der mexikanische Peso in der Zeit vom 14. Juni bis zum 15. Juli gegenüber dem US-Dollar um 10 Prozent aufgewertet, während die Märkte eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte bei der für den 2. August angesetzten Zentralbanksitzung bereits eingepreist haben.

Unter dem Strich bleiben viele Fragen bezüglich der neuen Regierung unter der Leitung von Morena zunächst einmal offen. Wir rechnen jedoch nicht mit einer deutlichen Störung der institutionellen Stärke des Landes oder seiner Wirtschaft.

Anleger sollten nicht außer Acht lassen, dass die mexikanische Regierung während der vergangenen beiden Jahrzehnte eine angemessene Fiskalpolitik verfolgt und dabei die Unabhängigkeit der Zentralbank geschützt hat. Zudem hat sie jederzeit eine freie Schwankung der Wechselkurse zugelassen. Wir rechnen nicht mit einer grundlegenden Änderung dieser institutionellen Konstrukte.

Ausblick für Mexiko bleibt weiterhin positiv

Darüber hinaus hat sich die mexikanische Wirtschaft als weitgehend belastbar erwiesen. Das Land hat eine der offensten Volkswirtschaften der Welt und hat Freihandelsabkommen mit den USA, Kanada, Japan, Zentralamerika und der Europäischen Union geschlossen. Zudem profitiert es in erheblichem Maße vom Aufschwung des US-Konjunkturzyklus.

Die Neuverhandlung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) liefert zwar weiterhin Anlass zur Sorge, wir gehen jedoch nicht davon aus, dass hierdurch die weitläufigen Handelssysteme, die zwischen Mexiko und den USA eingerichtet wurden, aus der Bahn geworfen werden.

Insgesamt halten wir an unserem positiven Ausblick für das Land fest. Wir konzentrieren uns auch weiterhin auf Anlagechancen am mexikanischen Lokalwährungsmarkt, da der Peso nach wie vor unterbewertet ist, während die Renditen am vorderen Ende der Kurve mit mehr als 7,5 Prozent weiterhin äußerst lukrativ sind.