Michael Hasenstab zu Anleihen Drei Länder mit verbesserter ESG-Prognose

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Ghana: Gefestigte Demokratie mit verbesserter Haushaltspolitik

Ghana ist eine der stabilsten Demokratien in Afrika südlich der Sahara. Das Land belegt in Indizes für Friedfertigkeit und Pressefreiheit allgemein vergleichsweise hohe Ränge. Es ist reich an Bodenschätzen und hat eine relativ fortschrittliche Industrie. Darüber hinaus geht es bei Wahlen in der Regel stärker um Politik als um ethnische Zugehörigkeit, was in den Nachbarländern nicht immer der Fall ist.

Der Regierung des Präsidenten Nana Addo Dankwa Akufo-Addo ist es gelungen, Primärüberschüsse zu erzielen, und sie hat sich einer umsichtigen Fiskalpolitik und einer konservativen Geldpolitik verschrieben. Außerdem ergreift die Regierung Maßnahmen für die Sanierung des Finanzsektors, der sich aufgrund des in der Vergangenheit herrschenden Zustands mit mangelnder Governance und unsachgemäßer Kreditvergabe in Schwierigkeiten befindet. Beide Faktoren dürften dazu beitragen, dass sich das Geschäftsumfeld mittelfristig verbessert.

Die Wirtschaftsreformen sorgen voraussichtlich für mehr Investitionen in die Infrastruktur und somit für bessere Straßen und Schienennetze. Auch den Luftverkehr und die Häfen sollten die Reformen anschieben. Dadurch dürfte der Status Ghanas als Verkehrsknotenpunkt in Westafrika weiter gefestigt werden.

Die ghanaische Landwirtschaft, in der über die Hälfte der erwerbstätigen Bevölkerung beschäftigt ist, bleibt akut anfällig für Klimaschocks und sieht sich Problemen wie Dürren und Überschwemmungen ausgesetzt. Zusätzlich verursacht der illegale Goldabbau schwere ökologische Schäden, auch in Gebieten mit Kakaoplantagen.

Mit Blick auf die positiven Auswirkungen der zunehmenden Erdgasproduktion auf den inländischen Stromsektor prognostizieren wir eine weiter wachsende Energiesicherheit.