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Michael Hasenstab im Interview „Externe Anfälligkeit von Schwellenmärkten ist oft überbewertet“

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Welche Länder schneiden denn besonders gut ab?

Hasenstab: Mexiko zum Beispiel. Hier ist sowohl der aktuelle als auch der erwartete LMRI-Wert nahe am Maximum. Mexiko ist ein Musterbeispiel für ein Land, das die Lektionen früherer Krisen beherzigt und nicht nur Maßnahmen gegen die makroökonomische Anfälligkeit ergriffen, sondern auch weit reichende Strukturreformen auf den Weg gebracht hat. Die externe Anfälligkeit ist begrenzt, und die Inlandsnachfrage ist dank des robusten Wachstums der Reallöhne und der niedrigen Arbeitslosigkeit sehr stark, auch wenn wir aufgrund der anhaltenden Haushaltskonsolidierung eine gewisse Abschwächung erwarten.

Und wo läuft es nicht so gut?

Hasenstab: Venezuela und Nigeria haben sehr schlechte Werte. Ein interessanter Fall ist Brasilien. Der aktuelle Wert ist eher schlecht, dem Land dürfte unserer Ansicht nach aber eine bedeutende Erholung bevorstehen. Schon jetzt überzeugt Brasilien in den Bereichen „gelernte Lektionen“ und  „externe Anfälligkeit“. Der Rest ist auf niedrigstem Niveau. Jedoch prognostizieren wir eine Stabilisierung der Inlandsnachfrage, eine deutliche Verbesserung in der Politik durch die neue Regierung und eine gewisse Verbesserung bei Strukturreformen.

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