Das Bankhaus Metzler hat externen Vermögensverwaltern zeitweise nahegelegt, Berenberg für Wertpapiergeschäfte zu meiden. Das berichtet das „Handelsblatt“ und beruft sich auf ein Schreiben vom 24. Juni, das der Zeitung vorliegt.
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Das Bankhaus Metzler hat externen Vermögensverwaltern zeitweise nahegelegt, Berenberg für Wertpapiergeschäfte zu meiden. Das berichtet das „Handelsblatt“ und beruft sich auf ein Schreiben vom 24. Juni, das der Zeitung vorliegt.
Anlass war der Eingriff der Finanzaufsicht: Einen Tag zuvor hatte die Bafin die gesamte Führungsspitze von Berenberg abgesetzt und zwei Sonderbeauftragte installiert, verbunden mit dem Hinweis auf mögliche Verstöße gegen Corporate-Governance-Regeln. Einen testierten Jahresabschluss gab es zu diesem Zeitpunkt nicht. Das laufende Geschäft schränkte die Aufsicht dagegen nicht per Sanktion ein.
Nur an ausgelagerte Verwalter gerichtet
Metzler begründete den Rat damit, dass Tragweite und Details der Vorwürfe noch offen seien, und stellte ihn ausdrücklich unter den Vorbehalt der Anlegerinteressen. Adressaten waren nach Angaben einer Sprecherin ausschließlich jene Vermögensverwalter, die im Auftrag der Metzler Asset Management Kundengelder betreuen. Als Kapitalverwaltungsgesellschaft sei die Metzler verpflichtet, Risiken bei Geschäftspartnern im Blick zu behalten und notfalls zu handeln – und weil diese Verwalter Broker-Aufträge unter anderem an Berenberg vergeben, habe man vorsorglich auf die Lage hingewiesen.
Mit dem Schritt stand Metzler nicht allein. Mehrere Marktteilnehmer hätten den Handel mit Berenberg nach dem Aufsichtseingriff vorübergehend gestoppt, heißt es aus der Branche. Ein Insider beschreibt das gegenüber dem „Handelsblatt“ als übliche Vorsichtsreaktion.
Entwarnung folgte am 27. Juli. Nachdem Berenberg am 21. Juli einen uneingeschränkt testierten Abschluss für 2025 vorgelegt hatte, informierte Metzler dieselben Verwalter, dass einer Auswahl von Berenberg als Broker aus seiner Sicht nichts mehr entgegenstehe.