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Die Merkur Privatbank und die Otto M. Schröder Bank haben sich nicht auf einen Zusammenschluss einigen können. Die Gespräche über eine mögliche Übernahme des Hamburger Bankhauses durch die Merkur Privatbank aus München wurden beendet. Das gaben beide Institute am Donnerstag bekannt.
„Als eines der größten inhabergeführten deutschen Geldhäuser sind wir hervorragend aufgestellt, um unsere strategischen Ziele durch organisches Wachstum nachhaltig zu erreichen“, wird Marcus Lingel, Vorsitzender der Geschäftsführung und persönlich haftender Gesellschafter des Münchener Bankhauses, zitiert. „Mit dem Fokus auf langfristige und vertrauensvolle Kundenbeziehungen sowie einer klaren unternehmerischen Ausrichtung sind und bleiben wir gut auf dem Markt positioniert.“
Gründe für das Ende der Gespräche nicht bekannt
Im Juli hatten die beiden mittelständischen Bank mitgeteilt, einen Zusammenschluss ausloten zu wollen. Damals hieß es, die Vertreter der Banken hätten sich bereits auf grundsätzliche Eckpunkte geeinigt, die Erlaubnisse der Aufsichtsbehörden, das Ende der Due Diligence und eine endgültige Einigung stünden aber noch aus. Zu der ist es in den vergangenen Wochen und Monaten nicht gekommen. Gründe nennen beide Banken nicht.
„Nach intensiven und offenen Beratungen ist man im besten gegenseitigen Einvernehmen zu dem Ergebnis gekommen, das Fusionsprojekt nicht weiterzuführen“, teilt die Otto M. Schröder Bank mit. Beide Häuser würden „freundschaftlich verbunden bleiben und aufgrund der vertrauensvollen Gespräche in einzelnen Geschäften, zum Beispiel bei Finanzierungsvorhaben, kooperieren.“ Die Eigentümerfamilie Schröder hat sich entschieden, die Bank weiterhin langfristig als Aktionäre zu begleiten.
Otto M. Schröder Bank sucht Vorstandsnachfolge
Die Hamburger Otto M. Schröder Bank ist fast vollständig im Besitz der Schröder-Familie, die Bilanzsumme betrug im vergangenen Jahr 387,8 Millionen Euro. Die Privatbank hatte sich durch einen Zusammenschluss erhofft, die Weichen für eine Nachfolgeregelung zu stellen. Denn die Bank muss sich auf die Suche nach einem neuen Vorstand machen. Vorstandschef Helmuth Spincke, seit 2010 an der Spitze der Hamburger Privatbank, hatte seinen Rückzug ursprünglich bereits für 2022 angekündigt, dann aber um zwei Jahre aufgeschoben. Norbert Kistermann ist seit März 2023 im Vorstand. Er war zuvor Vorstandsmitglied beim Bankhaus Bauer.
Die Merkur Privatbank mit Sitz in München ist die einzige deutsche Bank, die gleichzeitig inhabergeführt und börsennotiert ist. Mit einer Bilanzsumme von circa 3,8 Milliarden Euro gehört sie zu den größten inhabergeführten Geldhäusern Deutschlands. Seit 2005 wird das Unternehmen von Lingel als persönlich haftendem Gesellschafter geführt.