Mein Haus, mein Auto, mein Eiland Bermuda, Bahamas, Balearen: Insel-Immobilien immer beliebter

Nicht nur als Steuerparadies beliebt: die Cayman-Inseln. (Foto: Getty Images)

Nicht nur als Steuerparadies beliebt: die Cayman-Inseln. (Foto: Getty Images)

Inseln werden für Immobilienanleger immer attraktiver. Das hat die Studie von Candy, Savills und Deutsche Asset & Wealth Management herausgefunden. Demnach ist Bermuda die Insel mit der stärksten Anziehungskraft für sehr reiche Immobilienanleger. Eine typische Luxusimmobilie mit vier Schlafzimmern kostet hier mehr als 3,2 Millionen Euro.

Etwas weniger (1,4 Millionen Euro) kostet ein vergleichbares Domizil auf den Bahamas, der zweitbeliebtesten Inselgruppe. Europa folgt auf Platz 3: Auf den Kanalinseln kostet das gleiche Haus immerhin 2 Millionen Euro. Teuer, aber mit wenig Platz für noch mehr reiche Besitzer: Die Palmeninseln vor der Küste Dubais. Eine Luxusimmobilie kostet hier genauso viel wie auf Bermuda (3,2 Millionen Euro).

Vier Kategorien von Insel-Immobilienmärkten

Warum die Inseln Superreiche so anziehen? Sie vereinen Eigenschaften, die für die UHNWIs (engl. für ultra-high-networth individuals) besonders wichtig sind: Die Inseln sind exklusiv, abgeschieden und ihre Zahl ist limitiert. Doch die Gründe, warum Superreiche zur Insel greifen, sind nicht immer diesselben. Die Studie unterscheidet vier Kategorien von Inselimmobilienmärkten:

1. „Private Islands“: Die Insel als Prestigeobjekt. Für diese Anleger stellt die Insel ein besonders exklusives Gut dar, das mit Kunst oder teuren Juwelen vergleichbar ist, das also aus Liebhaber- und nicht aus ökonomischen Gründen erworben wird.

2. „Leisure Islands“: Die Insel für Zweit-, Dritt- und Viertwohnsitze. Unter den Zweitwohnsitz-Inseln liegen weltweit die hawaiianischen Inseln vor Martha´s Vineyard und Tasmanien. Für europäische Superreiche stehen die Balearen auf Platz 1.

3. „Relocation Islands“: Die Insel als neuer Lebensmittelpunkt, weil es schick ist, oder als Firmensitz wegen steuerlicher Vorteile. Bevorzugt werden Bermuda, die Bahamas, die Kanalinseln, Antigua oder die britischen Jungferninseln.

4. „City-Linked Islands“: Für ein Inselleben mit urbanem Komfort bieten sich Inseln wie Key Largo, Longboat Key und Key Biscayne in Florida an, die hier die Hitliste anführen. Luxusimmobilien auf Inseln mit USA-Nähe können bis zu vier Mal so viel kosten wie ähnliche Objekte auf dem Festland. Auch in Hongkongs Hafen werden einige Inseln, die per Fähre oder Boot zu erreichen sind, immer beliebter, etwa für Berufspendler. Ein weiteres Beispiel: Die Palmeninseln vor Dubais Küste, wo die Preise im vergangenen Jahr um bis zu 50 Prozent gestiegen sind.

Auffallend: Sieben der Top-Ten-Inseln fallen in die Kategorie „Relocation Islands“, also der Verbindung von Lifestyle, Exklusivität und steuerlichen Vorteilen.

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Rendite steht nicht im Vordergrund

Das Robinson-Crusoe-Feeling lassen sich die Superreichen einiges kosten. Exklusivität und einen abgeschiedenen Rückzugsort zu haben - dafür zahlen sie bereitwillig hohe Aufschläge, die Rendite ist bei dieser Anlage nicht die wichtigste Motivation.

Die Zahl der UHNWs weltweit wird bis 2018 voraussichtlich um 22 Prozent anwachsen. Und mit der steigenden Zahl an Superreichen, wird auch das Geschäft mit den Inseln zukünftig noch mehr boomen, prognostizieren die Autoren der Studie. Vorn mit dabei werden wohl auch asiatische Immobilienanleger sein.

In die Analyse des globalen Inselimmobilienmarktes sind nicht nur die Immobilienpreise selbst eingeflossen, sondern auch das Volumen des Immobilienbesitzes der Superreichen, die Verkehrsanbindung an Festlandmärkte, die Kapitalquellen und Herkunftsländer der Besitzer sowie die steuerlichen Rahmenbedingungen.