Mehrwert durch Hedge-Strategien Warum man Liquid Alternatives wieder auf dem Kaufzettel haben sollte

George Soros (r.) vor wenigen Tagen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Brüssel: Mit Blick auf sein Vermögen in Höhe von 24 Milliarden US-Dollar gilt der 86-Jährige als Großmeister aller Hedgefonds-Manager – und als freigebiger Mäzen und Stifter. | © Getty Images

George Soros (r.) vor wenigen Tagen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Brüssel: Mit Blick auf sein Vermögen in Höhe von 24 Milliarden US-Dollar gilt der 86-Jährige als Großmeister aller Hedgefonds-Manager – und als freigebiger Mäzen und Stifter. Foto: Getty Images

2016 war kein überragendes Jahr für Hedgefonds, wie diese Schlagzeile der Zeitschrift „The Economist“ vom 19. Dezember 2016 zeigt: „Multi-Manager-Hedgefonds haben 2016 sowohl Geld als auch Ansehen verloren.“

In diesem Jahr scheint allerdings ein neues Kapitel zu beginnen: Hedgefonds ist im ersten Quartal 2017 wieder Kapital zugeflossen. Das neuerliche Interesse wurde vor allem durch die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten gestärkt. Kommen steuerliche Reformen, Deregulierung und Infrastrukturausgaben, dürften sie sich für Hedge-Strategien als äußerst zuträglich erweisen.

Da die US-Aktienmärkte immer neue Höchststände markieren und das Zinsumfeld für Anleihen negativ erscheint, ist davon auszugehen, dass sich Anleger nach Produktangeboten alternativer Manager umsehen werden, die über alternative Anlageklassen Zugang zu Alpha bieten können. Mit Alpha wird angegeben, wie sehr ein Portfoliomanager positiv oder negativ zur Rendite eines Fonds beiträgt.

Gute ründe für alternativen Anlagestrategien

Im Nachgang der globalen Finanzkrise von 2008 bis 2009 waren mehrere Marktkräfte zu beobachten, die noch heute fortbestehen und das strategische, langfristige Interesse an der Kategorie prägen.

Weil immer mehr Anleger von der Performance herkömmlicher Anlageklassen und Produkte enttäuscht sind, interessieren sie sich für alternative Anlagen, insbesondere Hedge-Strategien, um die Volatilität ihrer Portfolios zu mildern und einen steten Ertragsstrom zu erzielen, weist McKinsey in einer Studie nach.[1]

Seit der Finanzkrise hat die Verlagerung des Schwerpunkts von relativen Ergebnissen gegenüber einer Benchmark hin zu konkreten, an spezifische Anlegerbedürfnisse gebundenen Ergebnissen den Nutzen alternativer Investments deutlich gemacht. Alternative Strategien gelten bei einigen Marktteilnehmern als präzisere Instrumente zur Erzielung einer gewünschten Rendite. So können Immobilien- und Infrastrukturanlagen beispielsweise inflationsgeschützte Erträge bieten, während Hedgefonds dazu beitragen können, die Volatilität zu kontrollieren.

Angesichts des zunehmenden Interesses an zeitgemäßen Verfahren für den Portfolioaufbau versuchen viele Anleger, das über Indexstrategien erzielte kostengünstige Beta, also die Marktrendite, durch das von alternativen Anlagen gebotene „diversifizierte Alpha“ und „exotische Beta“ zu ergänzen.

Darüber hinaus haben sich einige der anspruchsvollsten Institutionen in den vergangenen Jahren von herkömmlichen Definitionen von Anlageklassen abgewendet. Stattdessen setzen sie auf risikofaktorbasierte Methoden – ein Trend, bei dem alternative Anlagen von einer Nischenallokation zu einem zentralen Element eines Portfolios werden.

[1] Quelle: McKinsey & Co, „The $64,000 Trillion Question: Convergence in Asset Management,” Februar 2015.