Umfrage zur Vermögensnachfolge Mehrheit plant mit dem Erbe – nur 17 Prozent regeln den eigenen Nachlass

Sybille Arnegger, Geschäftsführerin Kontora

Sybille Arnegger, Geschäftsführerin Kontora Bildquelle: Kontora

58 Prozent der Befragten beziehen erwartete Erbschaften bereits in ihre Finanzplanung ein. Die eigene Vermögensweitergabe konkret geregelt haben aber nur 17 Prozent. Das ergab eine Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Hamburger Family Office Kontora. Civey befragte vom rund 2.500 Bundesbürger ab 18 Jahren. Hinzu kamen rund 1.600 Menschen, die geerbt haben oder mit einem Erbe rechnen.

In der Familie sprechen die wenigsten darüber. Nur jeder Zehnte redet regelmäßig über Erbschaften oder die spätere Weitergabe, knapp 57 Prozent tun das selten oder nie. Als Hauptgrund nennen 38 Prozent belastende Gedanken an Tod und Krankheit. 35 Prozent schieben das Thema auf, 21 Prozent fürchten Streit. Zu komplex finden es nur 14 Prozent. Wer die Nachfolge geregelt hat, versteht auch die rechtlichen Regeln besser: 42 Prozent dieser Gruppe halten sie für gut verständlich, ohne jede Planung sind es 8 Prozent.

 

Gutverdiener erwarten mehr Wertpapiere und Firmenanteile

Im Durchschnitt aller Befragten dominieren beim Erbe Geldvermögen mit 42 Prozent und Immobilien mit 32 Prozent. In Haushalten mit einem Nettoeinkommen ab 6.000 Euro erwarten 18 Prozent Wertpapiere. Mehr als 10 Prozent erwarten Unternehmensbeteiligungen, laut Kontora doppelt so viele wie im Durchschnitt. 44 Prozent dieser Haushalte berücksichtigen die Weitergabe stark bei eigenen Finanzentscheidungen. 17 Prozent sprechen regelmäßig in der Familie darüber. Bei den 18- bis 29-Jährigen messen 51 Prozent einem möglichen Erbe große Bedeutung für ihre finanzielle Zukunft bei.

Für Unternehmerfamilien, deren Nachlass Gesellschafteranteile, Stiftungen oder internationale Vermögenswerte umfasst, verschärft sich das Problem aus Sicht von Kontora-Geschäftsführerin Sybille Arnegger: „Die emotionalen Hürden bleiben dieselben – die Konsequenzen eines ungeregelten Übergangs sind ungleich größer.“

Kontora betreut nach eigenen Angaben rund 15 Milliarden Euro für Familien ab 30 Millionen Euro Vermögen, für Stiftungen und für Institutionen. Seit März 2025 gehört das Haus zum Multi Family Office Alti Tiedemann Global.

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