Derzeit bei Danske Bank Ehemaliger Co-Chef von UBS Wealth Management berät Fintech

Martin Blessing ist Vorsitzender des neu eingerichteten Unzer-Beirats

Martin Blessing ist Vorsitzender des neu eingerichteten Unzer-Beirats: Er war zwischen 2008 und 2016 Vorstandsvorsitzender der Commerzbank. Foto: Unzer

Der Zahlungsdienstleister Unzer hat Martin Blessing zum Vorsitzenden seines neu eingerichteten Beirats ernannt. Mit Blessing übernehme „eine international renommierte und respektierte Führungspersönlichkeit des Finanzsektors den Beiratsvorsitz“, hieß es in einer Mitteilung des Heidelberger Unternehmens.

Der 59-Jährige hatte während seiner Karriere zahlreiche Vorstands- und Managementpositionen inne. Zwischen 2008 und 2016 war Blessing Vorstandsvorsitzender der Commerzbank. Ab 2018 war er Co-Präsident von UBS Global Wealth Management, im August 2019 gab er diese Aufgabe wieder auf. Im März dieses Jahres hatte Blessing den Vorsitz im Verwaltungsrat der Danske Bank übernommen. 

 

 

Neben Martin Blessing gehören dem Beirat Rupert Keeley (ehemaliger Geschäftsführer von Paypal Europe von 2013 bis 2018), Annika Poutiainen (Aufsichtsrat-Mitglied verschiedener Unternehmen) sowie Vertreter von Unzers Mehrheitseigentümer KKR an. Der Beirat soll die Geschäftsführung bei allen wichtigen Entscheidungen in Bezug auf Strategie, Betrieb, Finanzen und Compliance beraten.

Bafin bemängelte Compliance-Verstöße bei Unzer-Tochter

Genau dort gibt es offenbar Nachholbedarf. Die Bafin hatte bei einer Sonderprüfung zuletzt bei der Unzer-Tochtergesellschaft E-Com „zum Teil gravierende Mängel in den Bereichen der angemessenen Maßnahmen der Unternehmenssteuerung, Kontrollmechanismen und Verfahren“ festgestellt und der Gesellschaft im September das Neukundengeschäft untersagt. Zudem bestellte die Finanzaufsicht einen Sonderbeauftragten, der die Umsetzung der angeordneten Maßnahmen überwacht.

Laut eigenen Angaben nutzen mehr als 70.000 Händler aus Europa die Finanzdienstleistungen von Unzer. Das Unternehmen beschäftigt etwa 750 Mitarbeiter in acht Niederlassungen in
Deutschland, Österreich, Dänemark und Luxemburg. 2021 erzielte die Gruppe einen Umsatz von 241 Millionen Euro.