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Marktausblick zu Großbritannien Kommt die Erleichterungsrally am 12. Dezember?

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Wie lange währt die Erleichterungsrally?

Auf einen geregelten Brexit dürften die britischen Finanzmärkte erleichtert reagieren, auch wenn die Erleichterungs-Rally an den Märkten nur von kurzer Dauer sein dürfte. Aber selbst wenn es zu einem geregelten Brexit kommt, würde die eigentliche Arbeit erst noch beginnen – es müssen die künftigen Beziehungsmodalitäten zwischen Großbritannien und der EU verhandelt werden. Boris Johnson hat bereits angemerkt, dass die Übergangsphase nicht über 2020 hinaus andauern soll. Ob diese Einschätzung realistisch ist, steht auf einem anderen Blatt.

Tatsächlich dürfte es sehr viel länger dauern, bis Großbritannien und die EU ein Handelsabkommen vereinbart haben. Irgendetwas könnte auf der Strecke bleiben: Entweder wird die Frist verlängert. Oder Großbritannien verlässt die EU am Ende der Übergangsphase ohne Abkommen. Ein ungeregelter Brexit ist also immer noch möglich. Könnten die Märkte einen geregelten Brexit noch bis zum Jahresende 2019 als eher gute Nachricht verbuchen, kämen weitere Verunsicherungen an den Märkten automatisch im Folgejahr.

Die Volatilität wird 2020 zunehmen

Zwar hat sich das britische Pfund in den vergangenen Monaten sichtbar erholt. Dennoch wird es 2020 vermutlich wieder zu einer erhöhten Volatilität an den Märkten kommen. Sollte Schottland auf ein weiteres Unabhängigkeitsreferendum und noch mehr Nordiren auf eine Wiedervereinigung mit der Republik Irland drängen, könnte sich die Volatilität noch weiter verstärken, denn sowohl Schottland als auch Nordirland haben für einen Verbleib in der EU gestimmt.

Also Vorsicht: Die Stimmung der britischen Bürger kann sich während des Wahlkampfs immer noch ändern; Meinungsumfragen sind hier eher unzureichend für aussagekräftige Prognosen. Allerdings müsste viel passieren, damit die Konservativen keine Mehrheit erhielten.