Covid-19-Pandemie Markt für Hotelimmobilien bricht um fast die Hälfte ein

Olivia Kaussen

Olivia Kaussen: Die Bereichsleiterin für Hotels bei CBRE rechnete mit einem noch größeren Markteinbruch Foto: CBRE

480 Millionen Euro wurden im ersten Quartal 2021 auf dem Deutschen Hotelmarkt investiert. Das ist ein Rückgang von 47 Prozent, verglichen mit dem ersten Quartal des Vorjahres. Der Immobiliendienstleister CBRE hatte sogar einen noch stärkeren Rückgang erwartet. Olivia Kaussen, Bereichsleiterin für Hotels bei CBRE in Deutschland dazu: „Die strategisch orientierten Investoren lassen sich durch die Corona Pandemie nicht abschrecken und sichern sich gute Standorte.“

61 Prozent der Investitionen fielen auf Core- oder Core-Plus-Objekte. Ein Großteil davon ging in die Top-7-Standorte, also Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und Stuttgart, die auf 207 Millionen Euro, also 43 Prozent des gesamten Transaktionsvolumens kommen. Hierzu trugen im Wesentlichen Transaktionen in Frankfurt und München bei. Hier lag das Investitionsvolumen bei 12 beziehungsweise 134 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. „Damit handelt es sich zwar immer noch um die mit Blick auf das Transaktionsvolumen vorherrschende Anlagestrategie. Der Grund dafür ist aber vor allem das deutliche größere Volumen pro Transaktion. Der Marktanteil ist um 30 Prozentpunkte auf 60 Prozent zurückgegangen“, erläutert Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland.

Verdoppelt hat sich hingegen das Volumen im Value-Add-Bereich, also der Risikoklasse, deren Renditeerwartungen bei vergleichsweise großem Ausfallrisiko ein hohes Niveau erreiche. Diese Verschiebung zeigt sich noch deulicher mit Blick auf die Transaktionsanzahl. Im ersten Quartal 2020 entfielen von 44 Transaktionen 33 auf Core und Core-Plus. Im ersten Quartal 2021 waren es nur neun von 25 Transaktionen.

Auch bei den Sterne-Kategorien gab es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Veränderungen. Im Blickpunkt des Transaktionsvolumens lagen zwar mit 27 Prozent weiterhin 3-Sterne- und mit 43 Prozent 4-Sterne-Hotels. Besonders bei Letzteren gab es jedoch mit minus 61 Prozent einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu 2020.

Ein Großteil der Käufe wurde von einheimischen Investoren getätigt. Diese machten knapp 76 Prozent des Transaktionsvolumens aus. Im Vorjahresquartal lag dieser Anteil noch bei 36 Prozent. Bei den Verkäufen waren internationale Akteure stärker vertreten als im Vorjahreszeitraum. Ihr Anteil stieg um elf Prozentpunkte auf 47 Prozent. Lorina Callenberg, stellvertretende Leiterin Hotels bei CBRE in Deutschland dazu: „Anders als im Vorjahresquartal waren die größte Käufergruppe private Investoren mit 44 Prozent, zu denen auch Family Offices zählen.“