Markt für Beteiligungskapital Großanleger wollen Private Equity treu bleiben

Die deutsche Beteiligungsbranche geht unsicheren Zeiten entgegen. | © Pexels

Die deutsche Beteiligungsbranche geht unsicheren Zeiten entgegen. Foto: Pexels

Die Beteiligungsmanager im deutschen Markt bewerten ihre aktuelle Geschäftslage schlechter als noch zum Jahresauftakt. Angesichts der globalen Konjunkturrisiken scheuen sie immer öfter grenzüberschreitende Zukäufe. Zudem beklagen sie die immer höher werdenden Einstiegspreise, wie das „Handelsblatt“ mit Blick auf das aktuelle German Private Equity Barometer berichtet. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) berechnet den Stimmungsindikator zusammen mit dem Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) exklusiv für die Zeitung. 

Besonders verschlechtert haben sich bei den Finanzprofis die Einschätzungen der Geschäftslage im sogenannten Later-Stage-Segment, das Investments und Übernahmen von etablierten Firmen oder Konzernteilen umfasst. Das Private-Equity-Barometer gibt für das Spätphasensegment im zweiten Quartal gegenüber den ersten drei Monaten dieses Jahres um 2,7 Punkte auf 10,1 Punkte nach. In dem Barometer werden die besseren und schlechteren Beurteilungen der Private-Equity-Spezialisten gegeneinander aufgerechnet.

Das Geschäftsklima im reifen Segment des Marktes habe sich seit dem Höchstwert vor rund einem Jahr deutlich abgekühlt. Eine deutliche Mehrheit der institutionellen Investoren sei mittlerweile der Ansicht, dass Private-Equity-Investments überbewertet seien. Eine Mehrheit von 56 Prozent glaubt, dass 2020 oder später eine Korrektur der Preise ins Haus steht.

Die große Mehrheit (90 Prozent) will an Private-Equity-Anlagen festhalten oder aufstocken. Die Investoren seien mit ihren Engagements bei Private Equity überwiegend zufrieden, 88 Prozent hätten eine höhere Rendite erzielt, als ursprünglich erwartet worden war. 

Im Venture-Capital-Segment, das Finanzierungen und Beteiligungen an jungen Technologiefirmen umfasst, stieg der Wert des Barometers für das Geschäftsklima im zweiten Quartal auf 23,2 Punkte – ein Plus von 13,2 Punkten gegenüber dem ersten Vierteljahr. Die Einstiegspreise und Bewertungen bei den Start-ups und jungen Unternehmen werden von den Investoren als zu hoch empfunden.