Margendruck und Fintech-Konkurrenz „Das wird Auswirkungen auf die Private-Banking-Gehälter haben“

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Die Champions League

Die Betreuung der UHNWIs in Family Offices führt uns dann in die Champions League des Wealth Managements. Während die „armen Reichen“ von Multi Family Offices betreut werden, bewegen wir uns im Bereich der Single Family Offices nun eigentlich auch in dem institutionellen Bereich des Portfoliomanagements, auch wenn sich die Single Family Offices in ihren Investmentphilosophien durchaus unterscheiden.

Neben einer ausgesprochen hohen Erwartung an die Professionalität der Mitarbeiter im Asset Management kommen insbesondere bei den Single Family Offices noch die besonderen Anforderungen an die Persönlichkeit der auszuwählenden Mitarbeiter hinzu.

Vor dem Hintergrund der engen Einbindung und Kenntnisse der familiären Vermögensverhältnisse werden hier ein ausgezeichneter Leumund, hohe ethisch-moralische Persönlichkeitsmerkmale sowie ein besonderes Maß an Integrität und Loyalität erwartet. Dass daneben auch gediegene Umgangsformen eine wichtige Rolle spielen sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Klassische Investmentbanker angelsächsischer Prägung wären hier eindeutig fehl am Platze.

Diese besonderen Anforderungen und Erwartungen haben dann allerdings auch zur Folge, dass insbesondere die Single Family Offices auch bereit sind für Profis des Asset Managements, die auch den hohen persönlichen Anforderungen entsprechen, einen Zuschlag über dem Markt von etwa 10 bis 20 Prozent zu gewähren.

Die Spreizung der Gehälter ist daher in diesem Segment außerordentlich hoch, so dass zum Beispiel ein Investment-/Anlagechef (Chief Investment Officer), zudem möglicherweise auf Geschäftsführungsebene angesiedelt, ein Gehaltspaket zwischen 400.000 und 800.000 Euro erhalten kann. Auch in den Bereichen des Portfoliomanagers mit langjähriger Erfahrung und einem sehr guten Track Record bewegen sich die Family Offices im Bereich 170.000 bis 250.000 Euro.

Fazit

Das Private Banking – wie das Bankgeschäft insgesamt – bietet den Finanzdienstleistern hohe zu meisternde Herausforderungen, die zum Teil aber noch nicht oder sehr spät angegangen wurden oder erst noch werden.

So kann dann mit dem Johannesevangelium 13,36 sehr treffend geschlossen werden: „Quo vado, non potes me modo sequi, sequeris autem postea“. Zu Deutsch: „Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen. Du wirst mir aber später folgen“ …hoffentlich nicht zu spät!


Über den Autor:
Matthias Junges ist Senior-Partner bei der Personalberatung PMCI in Neu-Isenburg und seit über 20 Jahren in der Personalberatung im Bereich Financial Services und Corporate Treasury tätig. In diesem Zeitraum hat er zahlreiche Fach- und Führungspositionen im Asset Management, für Banken, im Bereich Unternehmensfinanzierung und Real Estate besetzt.
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