Mangelndes rationales Anlegerverhalten Immobilieninvestoren gehen überzogene Risiken ein

Die DVFA analysiert das Verhalten professioneller Anleger im aktuellen Immobilienzyklus.  | © DVFA

Die DVFA analysiert das Verhalten professioneller Anleger im aktuellen Immobilienzyklus. Foto: DVFA

Die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) analysiert im Rahmen einer umfangreichen Markteinschätzung den aktuellen Immobilienzyklus und hinterfragt in dem Zusammenhang auch das Verhalten der Anleger. Die Untersuchung zeigt, dass selbst Profianleger Entscheidungen nicht immer rein rational treffen. Das sieht man daran, dass Investoren im aktuellen Immobilienzyklus höhere Risiken eingehen, um bestehende Renditeziele auch in einem veränderten Markumfeld halten zu können. Dieses vermehrte Eingehen von Risiken stehe jedoch im klaren Gegensatz zu vielen Branchen-Befragungen: Die überwiegende Anzahl der Marktteilnehmer gebe hierbei stets an, risikoavers zu sein und lieber auf Rendite zu verzichten, als größere Risiken einzugehen, so die DVFA.

Nach Einschätzung der DVFA-Immobilienexperten Thomas Beyerle von Catella Property Valuation, Timo Tschammler und Markus Fehrenbacher vom Immobilienberatungshaus Jones Lang La Salle stellt die gegenwärtige Marktphase Immobilieninvestoren vor eine schwierige Ausgangslage: steigende Preise auf Rekordniveau auf der einen Seite, ambitionierte Renditeanforderungen und Anlagedruck der Eigenkapitalgeber auf der anderen Seite. Die drei Marktbebachter gehören der Immobilien-Kommission der DVFA an. Das rund 40-köpfige Gremium aus Experten und Führungskräften des Fachverbandes befasst sich mit Investmentthemen rund um den Immobilienbereich.

Die geänderten Marktbedingungen zwingen die Investoren nach Einschätzung der DVFA zu einer Anpassung ihrer Investitionsstrategien. Das heißt konkret, Immobilienanleger erhöhen ihre Bereitschaft zur Spekulation auf weitere Mietsteigerungspotentiale. Andere Strategien zielten auf die Investition in sekundäre Lagen, teilweise zu Einstiegspreisen, wie sie vor einigen Jahren noch für Spitzenlagen üblich gewesen seien.

Der aktuelle Immobilienzyklus wird voraussichtlich im kommenden Jahr seinen Höhepunkt erreichen. Es bleibe abzuwarten, wie lange die Investoren ihre Strategien vor diesem Hintergrund noch beibehalten und welche weiteren Marktanpassungen einen Einfluss auf das Verhalten der Investoren in der späten Phase des Zyklus nehmen werden.