Bethmann Bank will weiter zukaufen „Man muss zugreifen, wenn konsolidiert wird“

Horst Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Bethmann Bank

Horst Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Bethmann Bank

Durch die Übernahme des deutschen Private-Banking-Geschäfts der Credit Suisse gewinnt die Bethmann Bank 9.000 Kunden und ein verwaltetes Vermögen von rund 10 Milliarde Euro hinzu. Mit einem verwalteten Gesamtvermögen von mehr als 30 Milliarden Euro kommt die Privatbank eigenen Angaben zufolge auf einen Marktanteil von 2,5 Prozent und ist damit nach der Deutschen Bank und der Commerzbank drittgrößter Private-Banking-Anbieter in Deutschland.

Und noch bevor die Integration abgeschlossen ist, kündigt Bethmann-Chef  Horst Schmidt weitere Zukäufe an. „Man muss zugreifen, wenn konsolidiert wird“, gibt Schmidt in der „Börsen Zeitung“ die weitere Marschrichtung vor.

„So viele Angebote, wie gerade auf den Markt kommen, habe ich schon lange nicht mehr gesehen“, so Schmidt weiter und beschreibt damit die Auswirkungen des weiterhin hohen Konsolidierungsdrucks in der Branche. Zugleich wolle man jedoch nicht leichtsinnig werden, denn jede Übernahme berge hohe Risiken: „Da kann viel schiefgehen.“

Standorte Hannover und Bremen sollen gestärkt werden

Die Kosten der Integration der Credit Suisse halten sich laut Schmidt im Rahmen und werden sich auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag belaufen. Das läge daran, dass man von den Schweizern ein „besenreines“ Geschäft übernehme und die Kundenmigrations-Software erst im Rahmen der Übernahme des Deutschlandgeschäfts der LGT Bank auf den neusten Stand gebracht habe.

Wie viele der rund 300 Credit-Suisse-Mitarbeiter die Bethmann Bank am Ende übernehmen wird, bleibt unklar. Anfang Dezember war von rund 200 Angestellten die Rede. Schmidt betont noch einmal: „Wir vergrößern die Vertriebsfläche, ohne eine zusätzliche Abwicklungsplattform zu erwerben.“  Dennoch wolle man einige Mitarbeiter aus dem Back Office übernehmen. Will heißen: Hinter dem Verbleib der meisten Mitarbeiter in diesem Bereich steht weiterhin ein großes Fragezeichen.

Die beiden neuen Standorte Hannover und Bremen sollen gestärkt werden und damit Bethmanns Präsenz im Norden insgesamt. Niederlassungen zusammenziehen wolle man in München, Stuttgart, Nürnberg, Berlin und Hamburg. In Nürnberg und München werde man zum Private-Banking-Anbieter Nummer eins aufsteigen.

Laut Schmidt rechnet sich ein Standort ab einem Mittelvolumen von 500 Millionen Euro. Ziel sei es jedoch, in den Niederlassungen jeweils eine Milliarde an Kundengeldern zu verwalten. Für eine gute Kundenbetreuung brauche es pro Standort ein Team von sieben bis zehn Beratern.