Seit Jahresbeginn 2026 zeigt sich am US-Aktienmarkt eine bemerkenswerte Divergenz. Während der S&P 500 rund –4,2 Prozent (in US-Dollar) verliert, offenbart ein Blick unter die Oberfläche ein deutlich differenzierteres Bild: Die 493 Unternehmen außerhalb der sogenannten „Magnificent Seven“ notieren nahezu unverändert bei lediglich –0,5 Prozent, während die großen Mega-Cap-Technologiewerte selbst rund –10 Prozent korrigiert haben.
Über Jahre hinweg fungierte die hohe Konzentration der Mega-Tech Indexschwergewichte als Performance-Turbo für marktkapitalisierungsgewichtete Indizes wie den S&P 500. Dreht sich das Momentum jedoch, wirkt derselbe Mechanismus in die entgegengesetzte Richtung. Die aktuelle Divergenz zwischen Index und breitem Markt deutet darauf hin, dass sich die Phase der technologiedominierten „Monokultur“ im US-Aktienmarkt ihrem Ende nähern könnte und fundamentale Bewertungen wieder stärker in den Fokus rücken.
Value profitiert von steigender Marktbreite
Bereits im vierten Quartal 2025 zeigten sich erste Anzeichen einer Rotation an den US-Aktienmärkten: Die über Jahre dominierende Growth-Dynamik verliert an Breite, während Value-Strategien zunehmend an Boden gewinnen. Diese Entwicklung hat sich im bisherigen Verlauf des Jahres 2026 deutlich beschleunigt, wie die beigefügte Grafik verdeutlicht. Sie zeigt, dass Value-Titel seit Jahresanfang gegenüber Growth-Aktien eine Outperformance von rund 7 Prozent erreicht haben.
Das zeigt sich an der sektoralen Dynamik der letzten Wochen, Branchen wie Finanzwerte, Industrie- und Energieunternehmen zählen zu den relativen Gewinnern der bisherigen Marktphase. Diese Entwicklung rückt mit der Gleichgewichtung ein lange vernachlässigtes Indexkonzept nun wieder stärker in den Fokus institutioneller Investoren. Nach fast eineinhalb Jahrzehnten, in denen die Marktkapitalisierungsgewichtung im Zuge des Growth-Zyklus eine massive Outperformance zeigte, könnte die Zeit der Gleichgewichtung nun gekommen sein. Dass diese Diskussion inzwischen selbst im stark konzentrierten Technologiesektor angekommen ist, zeigt die jüngste Lancierung eines gleichgewichteten Nasdaq-100-ETFs. Sie unterstreicht den wachsenden Wunsch vieler Investoren, an strukturellem Wachstum zu partizipieren, ohne dabei ein übermäßiges Klumpenrisiko einzugehen.