Exchange-Traded-Funds Lyxor stellt ETFs um: Physisch statt synthetisch

Die Société-Générale-Tochter Lyxor Asset Management stellt vier Exchange-Traded-Funds (ETF) auf ein neues Managementmodell um. Alle bilden ein Exemplar aus der Index-Serie EuroMTS Macro Weighted AAA Government Index ab. Unterschiede gibt es in den Restlaufzeiten der enthaltenen Anleihen. In Zukunft kauft das Fondsmanagement den Index direkt nach.

Der Index enthält ausschließlich mit der Note AAA bewertete Staatsanleihen. Die Fonds bilden ihn momentan noch nach, indem sie die Indexentwicklung per Tauschgeschäft (auch Swap genannt) ins Portfolio fließen lassen. Der Fondsmanager verbucht also ein Zahlungsversprechen, das das eigentlich Index-unabhängige Portfolio auf Kurs bringt. Hiermit erreicht das Team eine besonders genaue Nachbildung des Index.

Das System ist allerdings für den Anleger nicht ganz durchsichtig. Vor allem das Risiko, dass das Zahlungsversprechen ausfallen könnte, stört sie häufig. Besonders in einer Finanzkrise.

Ist das der Grund für Lyxors Umstellung? Vielleicht. Es erreicht damit zumindest eines: Investoren wissen nun genau, dass in den ETFs tatsächlich genau dasselbe drin steckt wie im Index. Lyxor will sogar auf die in der Fondsbranche allseits beliebte Wertpapierleihe verzichten. Dabei verleihen die Fondsmanager Portfoliobestandteile vorübergehend gegen Gebühr und peppen somit die Wertentwicklung des ETF auf. Hier jetzt also nicht mehr. Die Performance dürfte somit künftig etwas niedriger ausfallen, auch weil physische Nachbildung aufwändiger ist als per Swap.

Für einen ähnlichen Schritt entschied sich vor wenigen Tagen übrigens auch die Deutsche-Bank-Tochter db X-Trackers.