Luxus-Investments Seltene Whiskys auf Rendite-Höhenflug

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Die Whisky-Hersteller versuchen dieser Situation mit der Errichtung neuer Destillerien Herr zu werden. In Schottland schießen allerorten neue Projekt aus dem Boden. Brennereien, die in den 80er Jahren ihr Geschäft aufgaben, sogenannte Lost Distilleries, werden wiederbelebt in der Hoffnung, diese zum Glanz alter Tage zurückzuführen. Besonders erwähnenswert sind geplante Wiedereröffnungen von Whisky-Ikonen wie Brora oder Port Ellen. Wie beschrieben wird es aber noch Jahrzehnte dauern, bis der erste Whisky aus diesem Trend auf den Markt kommen wird. Ob diese deutliche Ausweitung der Produktion allerdings nachhaltigen Einfluss auf die Preise der Whisky-Raritäten haben wird, ist ungewiss.

Auch ein bevorstehender Brexit – wenn er denn irgendwann kommt – dürften dem Sammler und Anleger in Single Malt Whisky keine Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Erhöhte Produktions- sowie Transportkosten, Handelshemmnisse und neue Steuern werden im Brexit-Fall die Preise für Whiskys wohl steigen lassen – ein deutlicher Vorteil für den, der sich mit seiner Anlage bereits positioniert hat. Bestätigt wird dies durch einen Blick auf den Sekundärmarkt. Die Umsätze an den Auktionsbörsen legen Jahr für Jahr deutlich zu. Meldungen über Auktionspreise von bis zu einer Million Pfund, beispielsweise für den besonders seltenen Single Malt der Destillerie Macallan, erregen Aufmerksamkeit. Anzeichen einer Whisky-Blase sind nicht auszumachen. Das Marktumfeld lässt deutlich erkennen, dass die Aussichten für die Whisky-Sammlermärkte weiter gut und die Chancen für ein erfolgreiches Investment weiter gegeben sind.

Im Vergleich zum Luxus-Investment Wein gibt es zudem kaum Probleme mit der Lagerfähigkeit. Nach der Reifung im Fass und der Abfüllung auf Flaschen verändert sich das Produkt nicht mehr – selbst eine jahrzehntelange Lagerung ist kein Problem, wenn man einige wenige Grundprinzipien beachtet: Die Lagerung sollte stehend erfolgen, damit der Whisky nicht mit dem Korken reagieren und somit verderben kann. Die Aufbewahrung erfolgt im besten Fall vor Sonne geschützt in einer gleichmäßig temperierten Umgebung. Erhöhte Schwankungen der Temperatur fördern die Verdunstung des Whiskys, da die Korken und Kapseln meist keinen voll-ständigen Schutz bieten.

Von höchster Priorität noch vor der Lagerung ist selbstverständlich die Anschaffung der Sammlerflaschen. Denn nicht anders als bei einem Aktiendepot, kommt es am Ende auf die Diversifizierung des Portfolios an, um den gewünschten Anlageerfolg zu erzielen. Die Auswahl an Abfüllungen ist riesig, aber längst nicht jeder Whisky eignet sich als Anlage und verspricht Wertzuwächse in Zukunft. Nur einwandfreie Einkaufsquellen bieten dem Käufer und Anleger einen bestmöglichen Schutz der eigenen Gelder, denn mit dem Erfolg der vergangenen Jahre wurden die Probleme mit gefälschten Whisky-Raritäten in jüngster Vergangenheit immer größer.

Die Fälscher wiegen sich in Sicherheit in dem Bewusstsein, dass immer mehr Flaschen in Tresoren verwahrt und gar nicht geöffnet werden und so die Täuschung unbemerkt bleibt. So kommt es, dass auf einschlägigen Auktionsplattformen oftmals Hunderte von Euro für Leer- gut von begehrten Whisky-Raritäten gezahlt werden, das im schlimmsten Fall wieder befüllt mit gefärbter Flüssigkeit und neu verkapselt zu Schnäppchenpreisen angeboten wird. Eine lückenlose Dokumentation über die Anschaffung sollte also für jeden Investor eine Selbstverständlichkeit sein.

Unterm Strich hat sich flüssiges Gold, wie Single Malt von Liebhabern oft genannt wird, als Anlageklasse, natürlich mit Nischencharakter, etabliert und Investoren viel Freude bereitet. Die Aussichten für die kommenden Jahre sind weiterhin sehr vielversprechend.

 

Über den Autor:
Marco Jansen ist Vertriebsleiter bei Whisky Investments und seit mehr als 20 Jahren in der Finanzbranche aktiv. Sein Betätigungsfeld – neben der Betreuung vermögender Privat-kunden – sind die internationalen Kapitalmärkte.