Long-Short-Produkt geplant Neuer Aquila-Mischfonds setzt auf fallenden US-Dollar

Urs Schubiger: Der Quantitative Strategist bei Aquila verantwortet das neue Long-Short-Produkt der Investmentgesellschaft. | © Aquila Capital

Urs Schubiger: Der Quantitative Strategist bei Aquila verantwortet das neue Long-Short-Produkt der Investmentgesellschaft. Foto: Aquila Capital

„Die Börse ist keine Einbahnstraße.“ Diese Börsenweisheit bestätigen die Kursverluste der vergangenen Woche, denen neue Rekorde der Aktienindizes Ende Januar vorangegangen waren. Als Anlagelösung, mit der Anleger sowohl von steigenden als auch fallenden Kursen profitieren können, startet Aquila Capital in den kommenden Wochen ein neues Produkt.

„Wir planen derzeit neben unserem Long-only-Fonds auch ein Long-Short-Produkt, der als Ucits-Fonds aufgelegt wird“, erklärt Urs Schubiger von Aquila Capital. „Wir rechnen damit, gegen Ende des ersten Quartals das avisierte Fondsvolumen von 15 bis 20 Millionen Euro erreicht zu haben“, so der Quantitative Strategist bei der auf alternative Anlagen spezialisierten Investmentgesellschaft aus Hamburg.

Das neue Produkt wird wie die beiden Fonds der Reihe AC Adaptive Diversification 7 (ISIN: LU0326194015) und 12 (ISIN: LU0374107992) von der Systematic Trading Group verwaltet. Das Team besteht aus Schubiger sowie Egon Rütsche und Fabian Dori. Seit Anfang 2017 verantwortet das Trio alle „Managed Futures Multi Asset“-Strategien der Financial Assets Group bei Aquila Capital.

Momentum und Carry-Prämien abschöpfen

„Auch bei dem neuen Fonds investieren wir mit einer quantitativen Anlagestrategie in Futures“, erklärt Schubiger, der mit seinem Team in Zürich angesiedelt ist. „Das Investment Rationale ist, die Momentum und Carry-Prämien abzuschöpfen und mittels Risiko-Balancierung die Anteile der unterschiedlichen Anlageklassen im Mischportfolio festzulegen.“

„Bei dem Long-Short-Produkt investieren wir zusätzlich in Währungen“, so der Quantitative Strategist der Systematic Trading Group weiter. „Aktuell signalisiert unser Modell zum Beispiel eine Short-Dollar-Position, nachdem der US-Dollar in den vergangenen Monaten an Terrain eingebüßt hat, insbesondere gegenüber dem Euro.“

Je klarer die Richtung, desto höher gewichtet

Bei den zwei Long-only-Fonds verfolge Schubiger „vorrangig das Ziel, die long-only Risikoprämien verschiedener Asset-Klassen abzuschöpfen“. Und weiter: „Mittels der Investment-Strategien Momentum und Carry messen wir die Attraktivität, long zu sein, und über- oder untergewichten die Märkte.“ Anhand von Risikobudgets werden die Portfolioanteile der Asset-Klassen ausbalanciert.

„Beim Zusammenstellen des Portfolios mit unseren mathematischen Modellen gilt die Faustregel, dass die verschiedenen Asset-Klassen umso höher gewichtet werden, je klarer die Richtung ihrer jeweiligen Kursentwicklung nach oben ist“, erklärt Schubiger. „Aktuell gewichten wir in unserem flexiblen Mischportfolio beispielsweise festverzinsliche Wertpapiere im Allgemeinen geringer. Denn wir erwarten moderat steigende Zinsen.“

Positiver Ausblick für die Weltkonjunktur

Long-Positionen halte er dagegen vor allem für die Aktienmärkte, da er von einem guten Ausblick für die Weltkonjunktur ausgeht. „Dabei zeigt sich ein sehr homogenes Bild, sodass wir derzeit keine Länder speziell präferieren“, so Schubiger. „Da wir die Märkte über Futures abbilden, sind wir kaum in den Emerging Markets investiert.“ Stattdessen achte er verstärkt darauf, nur in Märkten mit genügender Liquidität zu investieren.

„So bleiben wir in Krisen handlungsfähig“, erklärt Schubiger. „Wir können unsere Bestände innerhalb einer Woche um die Hälfte reduzieren. Im vergangenen Herbst kürzten wir beispielsweise unsere Positionen in englischen Staatsanleihen nach einer Zinserhöhung binnen weniger Tage um über 30 Prozent.“

Da er nur in Futures investiere, halte er die Transaktionskosten niedrig. „So können wir uns ein sehr aktives Management erlauben, ohne die Performance zu gefährden.“ Durch das strikte Festhalten an den Vorgaben des quantitativen Modells investiere er „emotionslos, aber nicht kopflos.“ Und weiter: „Dieses Vorgehen macht unseren Anlageprozess auch für unsere Kunden transparent und voraussehbar.“