Revolution für Private Markets London Stock Exchange erwägt hybrides Börsenmodell für Private Equity

Der Sitz der London Stock Exchange am Paternoster Square

Der Sitz der London Stock Exchange am Paternoster Square: Die traditionsreiche Londoner Börse spielt mit einem für die Private-Equity-Branche revolutionärem Gedanken. Foto: Imago Images / imagebroker

Die Londoner Börse lotet Pläne für eine spezielle Private-Equity-Börse aus und legt dafür wohl erste Vorschläge bei Financial Conduct Authority und UK Treasury vor. Die Behörden beaufsichtigen und regulieren den britischen Handelsplatz. Über die Pläne der Börse berichtet das Wall Street Journal (Bezahlschranke), das sich auf interne Dokumente und mit dem Vorgang betraute Personen beruft. Demnach denkt die London Stock Exchange über ein spezielles Marktsegment nach, in dem eigentlich nicht-börsennotierte Unternehmen periodisch Aktien platzieren könnten.

Das bedeutet: Die Anteilsscheine der Unternehmen könnten einen bis fünf Tage in jedem Handelsfenster an der neuen Börse handelbar sein, die Handelsfenster würden sich periodisch öffnen. Denkbar sind monatliche, vierteljährliche oder halbjährige Abstände zwischen den einzelnen Handelsfenstern. Dafür müssten die Unternehmen dann nicht die gleichen regulatorischen Vorgaben erfüllen, wie es börsennotierte Unternehmen normalerweise müssen.

Brexit als Grund für die hybride Private-Equity-Börse?

Zwischen den Handelsperioden seien weiter Private-Markets-Geschäfte möglich und auch Insiderinformationen müssten in dieser Zeit nicht öffentlich per Ad-hoc-Mitteilung verkündet werden. Vor jeder Handelsperiode wäre aber die Veröffentlichung eines Dokuments nötig, um über die letzten Entwicklungen zu informieren.

Laut der Medienberichte möchte die Börse damit ein hybrides Modell schaffen, um nach dem Brexit international konkurrenzfähig zu bleiben und jungen Unternehmen und Startups einfachere Möglichkeiten zur Kapitalbeschaffung zu bieten. Gleichzeitig könnten institutionelle Investoren und auch Privatanleger einfacher Unternehmensanteile von nicht-börsennotierten Unternehmen zu erwerben. Auch größere Unternehmen kämen für das hybride Börsenmodell in Frage, schreibt das Wall Street Journal.