Emerging-Markets Lohnen Aktien aus Schwellenländern?

Jürgen Maier, Fondsmanager Raiffeisen-Emerging-Markets-Aktien

Jürgen Maier, Fondsmanager Raiffeisen-Emerging-Markets-Aktien

In den vergangenen 25 Jahren konnten Anleger mit Schwellenländer- Aktien sehr ansehnliche Gewinne erzielen. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 ist das anders. Dennoch lohnen Aktieninvestments noch immer. Mit fortschreitendem Strukturwandel in den Emerging Markets gehen auch deren Wachstumsraten zwangsläufig zurück. Auch die Produktivitätsgewinne der Unternehmen haben tendenziell abgenommen.

Finanzkrise, gesunkene Risikobereitschaft und höhere Eigenkapitalerfordernisse haben Investoren von Aktienengagements in diesen Ländern eher abgehalten. Die gute Nachricht ist, dass auf diese zyklischen Schwächephasen oft kräftig anziehendes Wachstum folgt. Der Binnenkonsum dürfte dabei künftig in immer stärkerem Maße der Treiber für das Wirtschaftswachstum sein. Erfahrungsgemäß sinken ab einem bestimmten Punkt in der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes die bis dahin überdurchschnittlich hohen Sparquoten, und der Konsum beginnt, rasant zu wachsen. Gemessen an der Aktienmarktkapitalisierung befindet sich derzeit die Hälfte aller Schwellenländer an diesem Punkt. Zudem erreicht eine Rekordzahl von Menschen in den Emerging Markets das erwerbsfähige Alter und kann somit Einkommen generieren und entsprechend konsumieren.

Das bedeutet nicht, dass die Aktienmärkte der Schwellenländer inzwischen weniger riskant sind als die entwickelten Märkte. Denn es gibt noch immer Problemfelder, wie beispielsweise Börsen- und Bankenaufsicht, Korruption, politische und juristische Risiken. Die meisten Emerging Markets haben im Gegensatz zu Europa oder den USA „ihre“ Schuldenkrise jedoch schon vor 10 bis 15 Jahren hinter sich gebracht. Sie haben die Lehren gezogen, sodass sie heute solider dastehen als ihre westlichen Mitstreiter. Kurzum: Als Risikostreuung und aus Risiko-Ertrags-Überlegungen sind Aktien aus den Emerging Markets heute attraktiver und interessanter denn je.