Lithium-Ionen-Akkus Nächster Halt: faires Kobalt?

Für den Export nach China bestimmtes Kobalt im Kongo: Aufgrund der politischen Risiken bei der Kobaltförderung gewinnt recyceltes Kobalt immer mehr an Bedeutung. | © Getty Images

Für den Export nach China bestimmtes Kobalt im Kongo: Aufgrund der politischen Risiken bei der Kobaltförderung gewinnt recyceltes Kobalt immer mehr an Bedeutung. Foto: Getty Images

Die Mobilität der Zukunft soll nachhaltiger werden. Dafür werden Elektrofahrzeuge, benötigt, betrieben mit Strom aus erneuerbaren, CO2-armen Energiequellen. Eine wesentliche Bedeutung kommt dabei den Lithium-Ionen-Akkus der E-Autos zu, die aus mehreren Metallen bestehen. Eines davon ist Kobalt.

Kobalt ist für die Langlebigkeit der Batterie entscheidend, weshalb 30 Prozent der aktuellen Kobaltförderung weltweit für Lithium-Ionen-Akkus verwendet werden. Die restlichen 70 Prozent entfallen auf bestimmte Arten von Katalysatoren und Stahllegierungen.

Kobalt kann einen Lithium-Ionen-Akku stabilisieren und das Explosionsrisiko senken. Das Metall hat eine Schlüsselfunktion bei der Batterieherstellung. Ein großer Nachteil ist allerdings sein hoher und volatiler Preis. Beides hat damit zu tun, dass Kobalt schwer zu gewinnen ist und die Förderländer nicht frei von politischen Risiken sind.

Kobaltabbau: Kinderarbeit für Auto-Akkus

Mehr als die Hälfte der weltweiten Kobaltförderung entfällt auf die Demokratische Republik Kongo. Viele Nichtregierungsorganisationen, darunter Amnesty International, weisen darauf hin, dass das meiste im Kongo geförderte Kobalt aus kleinen Bergwerken stammt. Dort wird es unter gefährlichen Arbeitsbedingungen von Kindern gefördert, manchmal nicht einmal drei Jahre alt.

Nachdem die vielen kleinen Bergwerksbetreiber das Kobalterz verkauft haben, wird es über verschiedene Zwischenstationen durch Tansania und Südafrika weitergereicht, wo es gewaschen wird. Von dort geht es anschließend in den Export, größtenteils nach China.

Kobalt: Zunehmende Bedeutung des Recyclingsektors

Angesichts dieser Preisvolatilität denken immer mehr Firmen über Kobaltrecycling nach. Die möglichen Vorteile liegen auf der Hand: Der Preisdruck könnte nachlassen – ebenso das Risiko, indirekt an Menschenrechtsverletzungen in der Demokratischen Republik Kongo mitzuwirken.

Vor diesem Hintergrund konzentrieren sich einige Unternehmen auf die Gewinnung von Kobalt durch Batterierecycling – was immerhin 10 Prozent des Bedarfs der Automobilindustrie decken könnte. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass der Recyclingsektor große Fortschritte macht. Deshalb gehen wir davon aus, dass der Rückgewinnung von Kobalt künftig eine tragende Rolle in der Automobilbranche zukommen wird.

Umicore: Führend im Batterierecycling

Ein führendes Unternehmen in diesem Bereich ist Umicore. Das in Brüssel ansässige Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, Autobatterien zu recyceln und Metalle wie Kobalt und Lithium wieder zu verwenden. So hat Umicore bereits mit Tesla und Toyota Verträge abgeschlossen um deren verbrauchte Batterien zu verarbeiten. Als Marktführer in der Herstellung von Katalysatoren und dem Recycling von Platinoiden steht Umicore zwischen den Technologien für Verbrennungsmotoren und den Technologien der Zukunft

Umicore hat eine Vision und kann auf die Anforderungen des Automobilsektors reagieren. Basierend auf unseren Kriterien für sozial verantwortliche Investments (SRI) ist das Unternehmen daher ein Muss für Anleger. Denn die Richtlinie von Umicore für den Umgang mit den Menschenrechtsrisiken bei der Kobaltförderung im Kongo bestätigt eindrucksvoll die Qualität des Geschäftsmodells der Belgier.