Studie von Lupus Alpha Investoren stoßen Liquid Alternatives ab

Ralf Lochmüller ist Managing Partner und CEO von Lupus alpha

Ralf Lochmüller ist Managing Partner und CEO von Lupus Alpha: Der Asset Manager hat den Liquid-Alternatives-Markt analysiert. Foto: Lupus Alpha

Investoren haben im ersten Halbjahr Mittel aus Hedgefonds-Strategien im Ucits-Mantel abgezogen. Dabei beschleunigten sich die Mittelabflüsse aus Liquid Alternatives im Vergleich zum Vorjahr sogar: Um 19,4 Milliarden Euro sank das Marktvolumen auf knapp 242 Milliarden Euro. „Die gestiegenen Zinsen lassen Liquid Alternatives in den Augen vieler Investoren derzeit unattraktiver erscheinen“, erklärt sich Ralf Lochmüller, Geschäftsführer von Lupus Alpha, die Abflüsse. Lupus Alpha hat den Markt für die Hedgefonds im Ucits-Mantel in einer Studie untersucht.

Bildunterschrift © Lupus Alpha

Auffällig dabei: Der Marktanteil der institutionellen Investoren hat im ersten Halbjahr zum ersten Mal seit 2020 wieder zugenommen und beträgt nun 40,4 Prozent. Denn während das Volumen insgesamt um 8,0 Prozent sank, verringerten institutionelle Anleger ihr Volumen nur halb so stark um 4,3 Prozent. „Dies deutet darauf hin, dass bei institutionellen Investoren im Gegensatz zu Privatanlegern die Reallokation zulasten von regulierten Hedgefonds-Strategien bereits weitgehend abgeschlossen ist“, so Lochmüller.

 

Keine einzige der untersuchten 14 Strategien verzeichnete Zuflüsse. Am geringsten waren die Abflüsse bei Fonds mit alternativen Währungsstrategien mit gerade einmal 0,31 Prozent weniger Volumen, am höchsten waren sie mit -12,5 Prozent bei Absolute-Return- und mit -14 Prozent bei anderen Alternativstrategien. Im Vergleich hat die Dominanz von Alternative-Strategien gegenüber Absolute-Return-Konzepten sowohl beim Volumen als auch der Fondszahl zugenommen, die Marktdominanz der großen Fonds ist unverändert: Die größten 50 Prozent verwalten 94,5 Prozent des Marktvolumens.

Bildunterschrift © Lupus Alpha

In Sachen Performance erreichten die Liquid Alternatives im ersten Halbjahr zwar eine positive, im Vergleich zu den Aktienindizes aber unterdurchschnittliche Rendite. Durchschnittlich 1,96 Prozent betrug die Wertentwicklung, wobei die besten Fonds klar überdurchschnittliche Renditen erzielten. Die Streuung zwischen den einzelnen Fonds ist vor allem bei den alternativen Währungsstrategien, Alternative Dedicated Short Bias und Alternative Equity Leveraged groß. Zudem zeigten die Fonds auf 5-Jahres-Sicht nur Volatilitäten zwischen 5 und 15 Prozent, auch die Drawdowns blieben bei einem Viertel der Fonds unter 20 Prozent. „Diese stabilisierende Eigenschaften dringen im aktuellen Marktumfeld bei Investoren kaum durch, obwohl gerade 2022 gezeigt hat, dass Anleihen nicht per se mehr Sicherheit geben“, meint Lochmüller.

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