Liquid Alternatives Das Umfeld für Hedgefonds-Strategien verbessert sich

EZB-Chef Mario Draghi deutete jüngst immer wieder auf einen langsamen Ausstieg aus der expanisven Geldpolitik hin. | © Getty Images

EZB-Chef Mario Draghi deutete jüngst immer wieder auf einen langsamen Ausstieg aus der expanisven Geldpolitik hin. Foto: Getty Images

Die nach dem Jahr 2008 vorgenommene Verlängerung der Bilanz der US-Notenbank (Fed) von rund 900 Milliarden US-Dollar auf mittlerweile fast 4,5 Billionen US-Dollar war im vergangenen Jahrzehnt eine der stärksten Gestaltungskräfte des Marktes. Es kam zu einer massiven Liquiditätsschwemme, die rund um den Globus für steigende Kurse sorgte. Die Anleiherenditen wurden auf Rekordtiefs und die Aktienmärkte auf Rekordhochs getrieben. Viele Anleger wanderten in riskantere Anlagewerte ab, während die Kapitalkosten künstlich niedrig gehalten wurden. Diese Dynamik ist im Begriff sich zu ändern.

Die Geldschwemme scheint abzuebben. Während die Fed sich bereits auf dem Weg hin zu einer Normalisierung der Zinssätze befindet, scheinen auch andere wichtige Zentralbanken bereit, 2018 mit einem Bilanzabbau zu beginnen. Viele von ihnen schlagen einen zunehmend aggressiven Ton an. Überdies lässt das globale Wachstum angeführt von der robusten Konjunktur in China die Inflationserwartungen steigen.

Wie kommen die Anleger weiter, wenn die Liquiditätsschwemme abebbt?

Anleger, die nicht auf den Schwenk von lockerer Geldpolitik hin zu einer Nach-QE-Ära vorbereitet sind, können einem erheblichen Risiko ausgesetzt sein. Die Märkte könnten eine höhere Volatilität und deutliche Korrekturen erleben. Man erinnere sich beispielsweise an den Umfang und das Tempo der Renditeanpassungen bei US-Staatsanleihen („UST“), zu denen es im vierten Quartal 2016 kam.

Eine der Herausforderungen für Anleger im Jahr 2018 besteht darin, dass das traditionelle Streuungsverhältnis zwischen Anleihen und Risikoanlagen sich in der neuen Ära nicht bewähren könnte. Insbesondere dann nicht, wenn es zu dem von uns erwarteten Zyklus fallender UST-Kurse kommt. Es ist gut möglich, dass Risikoanlagen ebenfalls fallen, wenn die „risikofreie“ Rendite (Rendite der USTs) höher notiert. Die Märkte sind an ungewöhnlich niedrige Abzinsungssätze gewöhnt – schon eine Stufe höher hätte wesentliche Folgen für die Berechnung dieser Bewertungen.

Darüber hinaus beobachten wir seit einiger Zeit eine selbstgefällige Stimmung bei den Investoren, die sich quer durch die Anlageklassen zieht: Der Hintergrund? UST-Renditen und Renditen von Risikoanlagen korrelierten bei einer günstigen Wertentwicklung häufig positiv. Die unter dem Schutz einer ungewöhnlich lockeren Geldpolitik erreichten positiven Ergebnisse können jedoch die zugrunde liegenden Risiken dieser Anlagekategorien übertünchen. Bei Aufhebung der lockeren Geldpolitik dürften diese positiven Korrelationen sich fortsetzen, aber mit gegenteiligen Folgen: Ein gleichzeitiger Abschwung bei Anleihen, Aktien und globalen Risikoanlagen könnte eintreten, sobald wir eine bisher nicht erlebte Ära der Verzerrungen an den Finanzmärkten verlassen. Unser Anliegen ist es, diese Korrelationen und Risiken im Jahr 2018 zu verringern.

Unvorbereitete Anleger stehen vor Risiken

Nach unserer Auffassung ebbt die massive Schwemme billigen Geldes, die alle Boote hob und sorgloses Segeln ermöglichte, gerade ab. Unvorbereitete Anleger können erheblichen Risiken ausgesetzt sein. Es ist daher ratsam, das Portfolio so zu strukturieren, dass ein Navigieren zwischen den Fährnissen der kommenden Quartale einfacher wird. Hedgefonds-Strategien haben sich in einem Umfeld von höherer Streuung und Volatilität in der Vergangenheit stets ertragsstark erwiesen, insbesondere wenn die Zinsen steigen.

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