Lindner und die BB Bank Lindners ungewöhnlich hoher Immobilienkredit

Bundesfinanzminister Christian Lindner

Bundesfinanzminister Christian Lindner erhielt einen ungewöhnlich hohen Immobilienkredit, der ihn in einen Interessenkonflikt mit seiner Funktion als Bundesfinanzminister bringen könnte. Foto: Imago / Mauersberger

Im Januar 2021 hat Christian Lindner nach Berichten des „Spiegel“ ein Haus in Berlin Nikolassee gekauft, für 1,65 Millionen Euro. Den Kredit dafür bekam er von der BB Bank. So weit nicht ungewöhnlich.

Ungewöhnliche Überfinanzierung

Merkwürdig ist allerdings, dass Lindner eine Grundschuld von 2,35 Millionen zugunsten der BB Bank eintragen ließ und rund anderthalb Jahre später sein Grundstück mit weiteren 450.000 Euro belastete. Damit übersteigt der Kredit die Kaufsumme um ein Vielfaches.

Christian Lindners Anwalt erklärte auf Anfrage mehrerer Medien, dass alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten wurden und es keine Unregelmäßigkeiten gebe. Die Höhe des Kredits erkläre sich durch den Renovierungsbedarf der Immobilie.

Erst Werbebotschafter dann Kreditnehmer

Die Wahl der Bank dürfte jedoch nicht zufällig sein. Lindner und die BB Bank verbindet eine jahrelange Beziehung. So hielt Lindner in seiner Zeit als Abgeordneter mehrere gut dotierte Vorträge bei Abendveranstaltungen der Bank und stand sogar für ein dreiminütiges Image-Video  vor der Kamera. Das Video wurde 2018 veröffentlicht. Der „Spiegel“ schätzt, dass Lindners Honorar für seine Auftritte zwischen 35.000 und 73.000 Euro liegt.

 

 

Problematisch sind die engen Beziehungen und der mögliche Vorteil bei der Kreditvergabe deshalb, weil Lindner als Bundesfinanzminister auch der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) vorsteht. Diese wiederum ist Aufsichtsbehörde der Banken. Somit könnte Lindner durch zu enge Beziehungen mit der BB Bank in einen Interessenkonflikt geraten.