Ab Anfang 2024 Liechtensteinische Landesbank eröffnet drei Standorte in Deutschland

Sitz der Liechtensteinischen Landesbank in Vaduz

Sitz der Liechtensteinischen Landesbank in Vaduz: Die LLB will nun auch in Deutschland Fuß fassen. Foto: imago images/Panthermedia

Die Liechtensteinische Landesbank (LLB) will in Deutschland in das Geschäft mit vermögenden Kunden einsteigen. Das gibt das Institut in einer Mitteilung zu seinen Halbjahreszahlen bekannt. In einem knappen Absatz auf Seite 3 des Dokuments heißt es, die LLB-Gruppe werde „in den größten Private-Banking-Markt in Europa investieren“.

Niederlassungen in Frankfurt, Düsseldorf und München

Keine vage Ankündigung, sondern konkrete Pläne: Anfang 2024 werden in Frankfurt, Düsseldorf und München Niederlassungen eröffnet. Mit rund 40 Mitarbeitenden will die LLB dort ihr Geschäft aufnehmen. „In den letzten Jahren verzeichneten wir bei deutschen Kunden eine steigende Nachfrage. Sie schätzen die Stabilität und Sicherheit sowie die Qualität der Liechtensteinischen Landesbank. Da wir weiteres Potenzial sehen, wollen wir in Zukunft auch vor Ort präsent sein“, kommentiert LLB-Chef Gabriel Brenna den Schritt, der nach einem erfolgreichen ersten Halbjahr 2023 passiert.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres steigerte die Gruppe ihr Konzernergebnis auf 88,7 Millionen Schweizer Franken. Es ist damit das beste Halbjahresergebnis seit mehr als zehn Jahren. Im gleichen Zeitraum zog die LLB ein Netto-Neugeld im Umfang von 805,6 Millionen Schweizer Franken an, was einem annualisierten Wachstum von 1,9 Prozent entspricht. Die Kundenvermögen erreichten ein Volumen von 87,4 Milliarden Schweizer Franken.

 

LLB folgt der LGT

Die LLB ist damit die zweite liechtensteinische Bank, die es derzeit auf den deutschen Private-Banking-Markt zieht. Ebenfalls ab 2024 will die LGT ihr Geschäft in Westdeutschland aufbauen. Kern des Personals für die beiden Standorte in Köln und Düsseldorf bilden ehemalige Teams von der Bethmann Bank. Bereits im vergangenen Jahr hatte die liechtensteinische Fürstenbank in Hamburg ihre erste Niederlassung bei ihrem Deutschland-Comeback eröffnet.

Genau wie die LGT hat die LLB hierzulande keinen unbelasteten Ruf: In der Liechtensteiner Steueraffäre, einem der größten bisher in der Bundesrepublik Deutschland eingeleiteten Komplexe von Ermittlungsverfahren wegen Steuerhinterziehung, war auch die LLB beteiligt. 2017 einigten sich die Bank, deren Mehrheitsaktionär das Land Liechtenstein ist, und die deutschen Behörden im Fall von unversteuerten Vermögenswerten deutscher Kunden auf die einmalige Zahlung von 16,7 Millionen Euro.   

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