Leiter Online-Vermögensverwalter Solidvest „ETFs können keine Vermögensverwaltung ersetzen“

Klaus Pfaller leitet Solidvest und verantwortet unter anderem die Kundenkommunikation und Weiterentwicklung der IT. | © Solidvest

Klaus Pfaller leitet Solidvest und verantwortet unter anderem die Kundenkommunikation und Weiterentwicklung der IT. Foto: Solidvest

private banking magazin: Herr Pfaller, wozu braucht es eine digitale Vermögensverwaltung?

Klaus Pfaller: Angesichts fortschreitender Digitalisierung unserer Lebensgewohnheiten ändern sich auch die Ansprüche vieler Anleger. Die Online-Präferenz gewinnt auch bei Anlagethemen stetig an Bedeutung. Die Ergänzung der klassischen Vermögensverwaltung um eine digitale Variante war daher nur konsequent. Im Unterschied zu Robo-Advisors, die von Risikokapitalgebern abhängig und daher auf schnelles Wachstum angewiesen sind, sehen wir Solidvest als einen integralen Baustein für die Zukunft unseres familiengeführten Unternehmens.

Unterscheidet sich Solidvest denn auch in der Herangehensweise von anderen Robo-Advisors?

Pfaller: Im Gegensatz zu Robo-Advisors und vielen anderen Online-Vermögensverwaltern ermöglicht Solidvest Anlegern eine direkte Investition in Einzeltitel aus einem globalen Aktien- und Anleihespektrum. Da die DJE-Kapitalmarktprofis in sämtliche Investmententscheidungen bei Solidvest eingebunden sind, profitieren unsere Kunden von der langjährigen DJE-Expertise. Bei uns entscheiden ausgewiesene Branchen- und Marktkenner über die Entwicklung der Depots. In passive Produkte wie ETFs wird nicht investiert. Unser Anspruch lautet: Wir möchten mit aktivem Management am Ende des Jahres besser sein als der Vergleichsindex, der über ETFs abgebildet wird.

Sind ETFs denn nicht ein geeignetes Mittel, um schnell und kostengünstig in Märkte investieren zu können?

Pfaller: Stimmt schon. Mit ETFs haben Anleger die Möglichkeit, schnell und kostengünstig in diverse Märkte zu investieren. Aber: Eine Vermögensverwaltung können sie nicht ersetzen. Denn wenn Aktienmärkte weltweit schlecht laufen, können sich ETFs diesem Trend nicht entziehen und erwirtschaften automatisch Verluste in diesen Phasen. Grundsätzlich gilt: Je schwieriger es an den Märkten ist, desto vorteilhafter ist aktives Asset Management. Durch gezielte Auswahl und bei Bedarf Austausch von Einzeltiteln können wir Marktbewegungen begegnen – mit maximaler Transparenz in den Depots. Durch unsere Transaktionskosten-Pauschale entstehen für den Kunden keine Trading-Kosten beim Tausch. Unser Ziel ist es, aktiv Investmentchancen zu identifizieren.

Sie sagten, dass die DJE-Expertise in den Investmentprozess von Solidvest einfließt. Wie muss man sich das vorstellen?

Pfaller: Wir setzen auf eine Kombination aus der steigenden Datenverfügbarkeit, persönlichen Unternehmensbesuchen vor Ort und dem breiten Fachwissen unseres Teams bei allen anschließenden Analysen. Finale Anlageentscheidungen treffen wir – und nicht ein Algorithmus eines Robo-Advisors. Auf die Vorteile von Big Data verzichten wir dabei jedoch nicht: Bei der Auswahl der Wertpapiere nutzt das 16-köpfige DJE-Analystenteam die FMM-Methode. Das Kürzel steht für fundamental, monetär und markttechnisch. Dabei handelt es sich um ein dreidimensionales Analyseverfahren, welches die wichtigsten Faktoren und Geschehnisse an den Börsen und Märkten abdeckt. Im Laufe der Jahre wurde die FMM-Methode stetig weiterentwickelt. Seit 2014 ist sie als „FMM 2.0“ vollständig digitalisiert. Die DJE-Datenbank enthält tausende von wirtschafts- und börsenrelevanten Indikatoren – täglich aktualisiert und neu ausgewertet.