Leiter der Braunschweiger Privatbank „Wir wollen zurück zum ehrbaren Kaufmann“

Sascha Köckeritz leitet die Braunschweiger Privatbank seit deren Gründung 2013 | © Florian Sonntag

Sascha Köckeritz leitet die Braunschweiger Privatbank seit deren Gründung 2013 Foto: Florian Sonntag

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private banking magazin: Die Braunschweiger Privatbank ist ein sehr junges Institut und verpflichtet sich dennoch der Tradition des ehrbaren Kaufmanns. Ist das nur Marketing?

Sascha Köckeritz: Keinesfalls. Sage, was du tust, und tue, was du sagst. Wir leben die Prinzipien des ehrbaren Kaufmanns – unter anderem Bodenständigkeit, Ehrlichkeit, Transparenz und Unternehmertum – und sind überzeugt, dadurch unseren Kunden eine Partnerschaft anzubieten, die sie heutzutage leider kaum finden.

Was bedeutet das konkret?

Köckeritz: Es bedeutet, dass wir im Anlagegeschäft mit einem besonderen Kanon an Werten arbeiten. Unter anderem bieten wir unseren Kunden nur Investments oder Anlagen an, die sich an realen Marktgesetzen orientieren. Das ist eine klare Absage an die Zockermentalität, die zu einer Vernichtung von Kapital in den beiden vergangenen Finanzkrisen geführt hat und darüber hinaus zu einem nachvollziehbaren Vertrauensverlust gegenüber Banken.

Wir bieten absolute Transparenz und erläutern detailliert, wie unsere Produktangebote funktionieren und bepreist sind. In diesem Zusammenhang vermeiden wir so weit wie möglich Kickback-Strukturen, welche die Transparenz verwässern und die Bandbreite möglicher Anlagen einengen, und setzen auf All-in-Gebührenmodelle.

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Dadurch werden Kundengespräche aber deutlich anspruchsvoller – für Kunde und Berater.

Köckeritz: Das ist richtig. Nahezu alle Kunden möchten ihre Gelder anlegen, verbrauchen oder damit Vorsorge betreiben. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass viele dazu hochindividuelle Bedürfnisse haben. Wir versuchen deshalb, besonders gut zuzuhören, und spiegeln potenziellen Kunden das Erstgespräch schriftlich. Und damit ist nicht ein Übersenden des Beratungsprotokolls gemeint. Das ist eher ein technischer Akt.

Und was hören Sie und Ihr Team?

Köckeritz: Dass ein Großteil der Kunden nicht mehr auf eine unrealistische Rendite schaut. Die Sicherung des Vermögens dagegen wird immer wichtiger. Unser Ziel ist ein gesundes Vermögenswachstum. In schlechten Jahren wollen wir möglichst nichts verlieren und in guten Jahren an der Markt-Performance größtenteils partizipieren.

Auch ist uns und unseren Kunden die Lenkungswirkung ihres Kapitals wichtig. Insofern spielen bei unseren Anlagestrategien die Nachhaltigkeit und ein entsprechendes Research eine große Rolle. Auch ein Thema, das Sie zur Philosophie eines ehrbaren Kaufmanns packen können. Und: Immer mehr Kunden möchten die Prozesse im Risikomanagement begreifen.

Die Braunschweiger Privatbank wurde 2013 als Tochter der Volksbank Braunschweig- Wolfsburg gegründet und verwaltet mittlerweile Kundengelder in Höhe von über 450 Millionen Euro. Ende 2016 sollen es bis zu 650 Millionen Euro sein. Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Köckeritz: Da kommt es auf mehrere Faktoren an. Dazu zählt zum einen die Qualität des Teams, welches den Wertekanon täglich lebt. Das registrieren die oft verunsicherten Anleger. Ganz wichtig ist zum anderen die erwähnte Mutter-Tochter- Konstellation. Anleger suchten nach der Finanzkrise nach Sicherheit, die sie bei den genossenschaftlichen Banken fanden. Diese erlebten einen hohen Zulauf im Einlagengeschäft. In unserem Fall können wir das Vertrauen mit dem Renommee und Können einer Privatbank verbinden. Wir sind Deutschlands erste Privatbank mit Volksbank-Gen. Der Rest ist harte Arbeit.