Sechs mit deutschen Wurzeln Das sind Europas 20 größte Family Offices

Claudia Schiffer warb 2001 für H&M (l.). Hinter dem modekonzern steht die Familie Persson. Ihr Family Office heißt Ramsbury. François Pinault, Besitzer von Gucci und - hier mit Ehefrau Salma Hayek - steuer seine Finanzen über die Groupe Artémis. Thomas Ki

Claudia Schiffer warb 2001 für H&M (l.). Hinter dem schwedischen Modekonzern steht die Familie Persson. Ihr Family Office heißt Ramsbury. François Pinault, Besitzer von Gucci - hier mit Ehefrau Salma Hayek - steuert seine Finanzen über die Groupe Artémis. Thomas Kirk Kristiansens Familie gründete den Spielzeughersteller Lego. Finanzielles wird auch über das Family Office Kirkbi geregelt. Bildquelle: Imago Images / Ritzau Scanpix / Sepp Spigl / Cover Images

Zusammengenommen kontrollieren die zwanzig größten Family Offices Europas – und die Familien denen sie gehören – rund 750 Milliarden Euro. Und doch treten die wenigsten öffentlich in Erscheinung: Viele unterhalten nicht einmal eine Website, geben keine Interviews und tauchen selten in Statistiken auf. Hinter nüchternen Namen wie Pontegadea, Delfin oder Kirkbi stehen einige der einflussreichsten Vermögen des Planeten.

Das Feld ist so unterschiedlich wie die Familien selbst. Da ist das Geld hinter Zara und Inditex, hinter dem Luxuskonzern LVMH und dem Kosmetikriesen L’Oréal, hinter Nutella, dem Reedereikonzern Maersk, Lego und dem Textildiskonter C&A.

Manche Familien arbeiten wie institutionelle Investoren und verwalten Milliarden auch an Drittkapital. Andere sind reine Single Family Offices, andere weit verzweigte Holdings mit Hunderten Gesellschaftern.

Auffällig ist die Dichte an der Spitze: Luxus- und Konsumdynastien dominieren die oberen Ränge, dazwischen finden sich deutsche Erben, dänische Reeder- und Industriellenfamilien sowie britische Immobilienmagnaten. Sechs Häuser mit deutschen Wurzeln schaffen es unter die ersten zwanzig. Doch wer führt die Liste an – und mit welchem Abstand? Wie die Rangfolge zustande kommt und warum sich die Vermögen nur bedingt vergleichen lassen, erläutern wir auf der Seite von Platz 3.

Platz 20

JAB Holding: Der Reimann-Konzern zwischen Kaffee und Versicherung

Aus einem Chemiehaus wurde ein partnergeführtes Investmentvehikel mit weltbekannten Konsummarken – das sich derzeit im Umbau befindet.

Vermögen (Basis):  rund 40 Milliarden Euro (verwaltetes Kapital)

Hinweis:  Reines Familienvermögen niedriger – rund 12 Milliarden Dollar. JAB verwaltet auch Partnerkapital

Sitz:  Luxemburg

Familie / Kopf:  Familie Reimann

Ursprung des Wohlstands

Die Wurzeln reichen bis zum 1823 gegründeten Chemieunternehmen Benckiser zurück. Über den Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser und den Kosmetikhersteller Coty wandelte sich das Vermögen der Familie Reimann vom Chemie- zum Konsumgütergeschäft. 2012 bündelte der langjährige Vertraute Peter Harf die Beteiligungen in der JAB Holding.

Prägende Personen

Vier Reimann-Geschwister halten den Großteil des stimmberechtigten Kapitals. Prägend war Peter Harf, der die Familie über vier Jahrzehnte beriet und selbst zum Milliardär wurde; er zog sich 2025 zurück. Seither führen Joachim Creus und Frank Engelen als Co-Vorstandschefs.

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