GDV-Zahlen zur Neu-Anlage Lebensversicherer wenden sich Anleihen zu

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Deutsche Lebensversicherer haben im vergangenen Jahr etwa 43 Milliarden Euro neu in Anleihen investiert. Das zeigen Zahlen des Gesamtverbands der Versicherer GDV. Damit haben die Portfoliomanager über ein Drittel des verfügbaren Kapitals in Anleihen investiert und damit mehr als in jede andere Anlageklasse. In Aktien, Investmentanteile und andere nicht-festverzinsliche Wertpapiere haben die Portfoliomanager nur etwas über 41,5 Milliarden Euro investiert.

 

Der Rest der Neu-Anlage von über 124 Milliarden Euro verteilt sich auf Anteile an verbundenen Unternehmen, aber auch Hypotheken-, Grundschuld- und Rentenschuldforderungen sowie Schuldscheinforderungen. Die Nettoverzinsung der Kapitalanlagen kletterte von 2,16 Prozent auf 2,27 Prozent. „Hier zeigen sich die Folgen der Zinswende, von der nach und nach auch die Bestände profitieren“, heißt in einem Bericht des GDVs. Dass festverzinsliche Anleihen gefragt sind, läge nicht nur an der Zinswende, sondern auch an Regulatorik wie Solvency II. „Entgegen der weit verbreiteten Annahme erfolgt der Großteil der Investitionen, rund zwei Drittel der gesamten Kapitalanlagen, in die Privatwirtschaft.“

 

In der Niedrigzinsphase bauten die Lebensversicherer die Zinszusatzreserve als einen zusätzlichen Sicherheitspuffer auf. Nun können die Portfoliomanager die Zinszusatzreserve wieder abbauen – und die Lebensversicherer waren auch nicht mehr gezwungen, Bewertungsreserven ihrer Kapitalanlagen zu realisieren. Das war zwischen den Jahren 2011 bis 2021 noch regelmäßig notwendig. „Der steile Zinsanstieg im Jahr 2022 hatte die Bewertungsreserven vermindert beziehungsweise zu ‚stillen Lasten‘ bei festverzinslichen Papieren im Bestand geführt“, heißt es im Bericht.

 

Laut des Berichts legen die Versicherer 90 Prozent ihrer Kapitalanlagen nach Nachhaltigkeitskriterien an. „Aufgrund ihres langfristigen Geschäftsmodells können die Lebensversicherer maßgeblich zu klimaneutralen Anlagen beitragen und die Transformation der Wirtschaft unter- stützen“, heißt es in dem Bericht.

Die Beitragseinnahmen der Lebensversicherungen, Pensionskassen und -fonds gingen um 5,0 Prozent auf 92,2 Milliarden Euro zurück. Aufgrund der Zinsentwicklung verringerte sich der Einmalbeitrag erneut um 15,7 Prozent auf 25,8 Milliarden Euro, die laufenden Beiträge blieben mit 66,3 Milliarden Euro unverändert. Die ausgezahlten Leistungen stiegen im Berichtsjahr 2023 deutlich um 8,7 Prozent auf 99,0 Milliarden Euro. Trotz enger finanzieller Spielräume der Sparerinnen und Sparer – vor allem aufgrund der Inflation – hätten die allermeisten an ihren Vorsorgeverträgen festgehalten. Die Stornoquote stieg nach 2,51 Prozent im Jahr 2022 leicht auf 2,56 Prozent in 2023 – noch immer ein niedriges Niveau.

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