Interview mit Stephan Paxmann, Leiter Digitalisierung und Innovation der LBBW „Die Pleiten in den USA gaben einen Push für regulierte und seriöse Institutionen“

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Zwei Punkte dabei sind aber wichtig. Erstens sage ich ganz klar: KI darf und kann nicht die Entscheidungen für uns treffen. Wir müssen deswegen die heute schon bestehenden Kontrollmechanismen, wenn wir externe Informationen einholen, auch bei der Nutzung von GenKI Ergebnissen anwenden. Wir Menschen haben die Pflicht, Ergebnisse zu hinterfragen, zu interpretieren und gegebenenfalls weiterzuverarbeiten. KI leistet nur die Vorarbeit, diese aber dafür sehr effizient.

Und zweitens?

Paxmann: Wir nutzen alle das Internet, recherchieren bei Google und Co. Wo ist der Unterschied zwischen Netzrecherche und KI-Lösung? Es gibt bei den Quellen  keinen Unterschied. Nur in der Ergebnispräsentation erstellt generative KI ein formuliertes Ergebnis, indem es Informationen aus den diversen Quellen zusammen stellt. Mittlerweile aber auch bei Bard und Chat GPT mit Quellenangaben zur Herkunft der Daten. KI ist daher aus meiner Sicht ein Paradigmenwechsel in der Anwendung, nicht in den Daten und Quellen. Wir als LBBW wollen und müssen das aber unter deutschem Datenschutzrecht machen und in einer sicheren technischen Umgebung betreiben. 

Wie stellen Sie das sicher?

Paxmann: Wir müssen eine eigene Infrastruktur aufbauen, und darauf ein eigenes Large Language Modell, auf dem wir die Algorithmen trainieren können, die gezielt für unsere Anwendungsfälle nutzbare Ergebnisse liefert. KI soll Prozesse vereinfachen, in dem es Kapazitäten bereitstellt. Das soll nicht heißen, dass KI Arbeitsplätze kosten wird, ganz im Gegenteil, bei der LBBW schafft KI Freiraum für die echten Kernaufgaben, für die man ausreichend Zeit benötigt.

Hat Deutschland im internationalen Vergleich den Anschluss nicht schon verpasst?

Paxmann: Ich hoffe, dass wir noch mitsteuern können. Der Weg in die Lokomotive ist aber schwierig. Da genügt ein Blick auf die Zahlen, um das zu sehen. Microsoft investiert mit Chat GPT 100 Milliarden Euro. In Deutschland reden wir bei Aleph Alpha über 100 Millionen Euro. Das heißt aber nicht, dass wir nichts machen dürfen, nur weil die US-Amerikaner uns sowieso voraus sind. Ich bin ein großer Befürworter der Deutschen- und Europäischen Technologie-Souveränität!

 

Wir müssen am Ball bleiben, weil wir mitunter auch andere Vorstellungen von Nutzen und Sicherheit haben. Deswegen unterstützen wir explizit Initiativen aus Deutschland, insbesondere auch aus Baden-Württemberg. Das ist auch eine gesellschaftliche Verantwortung, dass wir uns regional austauschen und unterstützen. 

Warren Buffett würde keine 20 US-Dollar für alle Bitcoin ausgeben – wie würden Sie ihm Kryptowährung allgemein erklären, damit er investiert?

Paxmann: Schau Dir den Bitcoin-Kurs der letzten 10 Jahre an.

Über den Interviewten: 

Stephan Paxmann ist seit 2022 Leiter Digitalisierung & Innovation der LBBW. Vor dieser Zeit war er gut 12 Jahre in leitenden Funktionen bei Pawlik Digital tätig. Zuvor hatte er leitende Funktionen unter anderem bei der Commerzbank und der Allianz inne. Zudem ist er seit 2019 Lehrbeauftrager an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. 

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