Lars Hinrichs über sein Luxus-Smart-Home „Lebensqualität zum Flat-Tarif“

Lars Hinrichs über sein Luxus-Smart-Home: „Lebensqualität zum Flat-Tarif“

// //

DIE IMMOBILIE: Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, am Hamburger Mittelweg das intelligenteste Haus Deutschlands zu bauen?
Lars Hinrichs: Ursprünglich wollte ich ein Haus bauen. Dann habe ich 2009 dieses Mehrfamilienhaus gekauft. Ich hatte ja vorher ein kleines Liquiditäts-Event.

DIE IMMOBILIE: Sie haben für rund 50 Millionen Euro Ihre Xing-Anteile an Hubert Burda Media verkauft.
Hinrichs: Das hat bei der Verwirklichung der Idee natürlich geholfen. Ich wollte das Haus eigentlich besitzen, es umbauen und vermieten. Die Aufstockung war schon genehmigt. Und dann fingen die Probleme an. Nach einem halben Jahr bekam ich Post vom Denkmalschutzamt: Die hatten ein paar erhaltenswerte Details gefunden.

DIE IMMOBILIE: Und Sie mussten die Aufstockung wieder abblasen?
Hinrichs: Zum Glück hatte der Bauleiter schon angefangen, die Wände zu prüfen. Dabei stellte er fest, dass viele tragende Wände nicht 30 Zentimeter dick, wie in der Bauakte vermerkt, sondern nur 10 Zentimeter dick waren. Viel zu dünn, um eine Aufstockung zu tragen. Da diese aber schon genehmigt war, musste man mir erlauben, entsprechende Nachbesserungen durchzuführen. Und der Denkmalschutz musste seine Auflagen zurückziehen. Zwei Jahre hat mich das gekostet.

DIE IMMOBILIE: Und dann ging es los?
Hinrichs: Dann kam das nächste Problem: der Nachbar, ein bekanntes Hamburger Restaurant. Für meine Umbaupläne musste es an einen anderen Ort ziehen. Das gab Streit. Wir haben uns schließlich verglichen. Das Ganze hat mich weitere zwei Jahre gekostet.

DIE IMMOBILIE: Knapp fünf teure Jahre und immer noch kein Ausbau. Was war der Auslöser, statt Aufstockung das Mehrfamilienhaus zu einem Smart Home umzubauen?
Hinrichs: Ich hatte ja genug Zeit, mir zu überlegen, wie man das Produkt Mietwohnung neu erfinden kann. Es ist doch immer dasselbe: Die Miete berechnet sich nach der Zahl der Quadratmeter, Zimmer und Lage; der Vertrag ist in der Regel unbefristet. Hinzu kommen noch rund 14 weitere Verträge, die Sie direkt oder indirekt abschließen. Die direkten kosten Zeit: also Telefon, Strom und so weiter. Die indirekten kommen einmal im Jahr in einer wahrheitsoptimierten Nebenkostenabrechnung. Die versteht kein Mensch, und die ist in 80 Prozent der Fälle falsch, sagt der Verbraucherschutz.

DIE IMMOBILIE: Sie bezeichnen Ihr Konzept als die „fünfte Kategorie des Wohnens“. Was machen Sie anders?
Hinrichs: Ich liefere das Service-Level eines Boardinghouses, die Flexibilität eines Hotels, das Zuhausegefühl einer normalen Wohnung, den Luxus, den man sich im Eigentum leistet. Die Klammer des Ganzen ist die Technik. Ich vermiete Kubikmeter Lebensqualität für eine begrenzte Zeit in bester Lage zum Flat-Tarif. Ein Preis, alles drin.

DIE IMMOBILIE: Sie vermieten 45 Wohnungen, 37 bis 240 Quadratmeter groß. Wie hoch ist die jeweilige Flatrate?
Hinrichs: Im ersten Bauabschnitt sind es 20 Wohnungen. Die Miete beginnt bei 4.000 Euro für 120 Quadratmeter. 2018 beginnt der zweite Bauabschnitt mit 25 weiteren Wohnungen. Hier geht es bei 1.300 Euro für 37 Quadratmeter los.

DIE IMMOBILIE: Im November sollen die ersten Mieter einziehen. Wer mietet bei Ihnen?
Hinrichs: Expats, Topmanager und Führungskräfte, die durchschnittlich nur etwa drei Jahre an einem Ort bleiben. Für die lohnt es sich nicht zu kaufen. Sie wollen aber trotzdem eine Top-Ausstattung. Deshalb biete ich nur Mietverträge zwischen sechs Monaten und vier Jahren an. Ich wende mich an Menschen, für die Mobilität und Lebensqualität ein höheres Gut sind als Besitz. Sie sollen ankommen, wohnen, sofort zu Hause sein.