Kundenwünsche im 21. Jahrhundert „Das Private Banking muss zur 24/7-Finanzboutique werden“

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Wie in einigen Online-Shops auch agiert somit der Private Banker der Zukunft als eine Art persönlicher Stylist, der für den Kunden markenunabhängig die richtigen Dienstleistungen und Produkte zusammenstellt. Was fehlt, wird organsiert und nachbestellt. Dabei greift der persönliche Stylist für den Kunden unbemerkt im Hintergrund auf ein ganzes Netzwerk an Fachspezialisten zurück.

Aus Erfahrung weiß ich, dass der persönliche Kontakt, die Beratung Face-to-Face, in Zukunft noch wichtiger wird. Doch das allein reicht nicht, die Qualität des Kontakts ist entscheidend. Private Banking wird mehr und mehr zur Einstellungssache. Die Bedürfnisse der Kunden rücken dabei konsequent in den Mittelpunkt.

Das Private Banking entwickelt sich zur an 7 Tagen 24 Stunden erreichbaren Finanzboutique mit einem zeitgemäßen Medienmix in der Kommunikation. Entscheidender Faktor wird die spürbare Leidenschaft des Beraters oder der Beraterin – das „Brennen“ für hochwertige und umfassende Beratung, der unbedingte Willen, die Kundenbedürfnisse zu erkennen und maßgeschneidert zu erfüllen.

Erfolgreiche Online-Boutiquen wie Zalando oder Outfittery verfolgen eine klare Strategie. Und auch im Private Banking wird langfristig Erfolg haben, wer die strategischen Hausaufgaben gemacht hat.

Im Private Banking heißt das, sich auf einzelne Länder und Kundengruppen zu fokussieren und dort Dienstleistungen mit einer hohen Individualität und Beratungsqualität anzubieten. Netzwerke spielen bei dieser Strategie eine entscheidende Rolle. Darin zählen das Wissen, das Können und der Beitrag jedes Einzelnen unabhängig von seiner hierarchischen Stellung oder der Zugehörigkeit zum Unternehmen. Was einzig zählt, ist das Know-how.

Der Finanzboutique gehört die Zukunft

Ich bin mir sicher: Das Private Banking der Zukunft wird ähnlich einer Boutique funktionieren. Es überzeugt die Kunden mit einem umfassenden Dienstleistungsangebot, mit fachlich erstklassiger Beratung und einer spürbaren Leidenschaft für richtig gute, individuelle Lösungen.

Die „Ladenöffnungszeiten“ und die Art und Weise, wie Dienstleistungen genutzt werden, passen sich bei Private-Banking-Boutiquen den Kommunikationsgewohnheiten der Zielgruppen an. Kundenberater werden gewissermaßen zu Stylisten, die aus Berufung individuell beraten und Türöffner für ein ganzes Netzwerk hoch spezialisierter Fachexperten sind.


Über den Autor:
Pascal R. Bersier hat im Dezember 2015 die Schweizer Vermögensverwaltung Brevalia gegründet. Der frühere Private Banker der Notenstein Bank hatte im Rahmen seiner Master-Arbeit in Bankmanagement an der Hochschule Luzern zuvor die Kundenzufriedenheit im Private Banking untersucht. Die Ergebnisse flossen in das Geschäftsmodell und die Ausrichtung der Brevalia ein. Ausführliche Ergebnisse und Grafiken zu der Befragungen finden Sie auf www.das-schweizer-private-banking-der-zukunft.ch.