Künstliche Intelligenz in der Beratung „Kunden überprüfen ihre Performance per KI - da braucht man die richtigen Antworten“

Christian Hammer von Netfonds: „Innovation darf niemals auf Kosten der Sicherheit gehen - erst recht nicht im Private Banking.“

Christian Hammer von Netfonds: „Innovation darf niemals auf Kosten der Sicherheit gehen – erst recht nicht im Private Banking.“ Bildquelle: Carolin Thiersch

private banking magazin: Herr Hammer, Künstliche Intelligenz ist das dominierende Thema in der Finanzbranche. Viele sehen darin eine Disruption, andere vor allem Hype. Wo steht das Private Banking beim Thema KI – und wo steht Netfonds?

Christian Hammer: Erste Kunden unserer Berater überprüfen ihre Performance bereits durch KI-Modelle und sprechen ihre Berater darauf an – da braucht man die richtigen Antworten. Wir befinden uns mitten im Übergang von der Erprobungsphase in die echte Wertschöpfung. Im Private Banking ging es historisch immer um Vertrauen, persönliche Nähe und maßgeschneiderte Lösungen. KI verändert dieses Paradigma nicht, aber sie verschiebt die Effizienzgrenze massiv. Über unsere Plattform Finfire integrieren wir KI-gestützte Prozesse dort, wo sie den Berater spürbar entlasten: bei der Datenanalyse, der Dokumentation, der Dokumentenverarbeitung und der Vorbereitung komplexer Kundenentscheidungen. Wer KI heute nur als Spielerei abtut, wird in drei bis fünf Jahren im Wettbewerb um anspruchsvolle Mandate das Nachsehen haben.

Das Private Banking lebt von der persönlichen Beziehung zwischen Berater und Mandant. Welcher Teil dieser Beziehung lässt sich überhaupt durch KI unterstützen, ohne dass die menschliche Note verloren geht?

Hammer: Künstliche Intelligenz soll und wird den Berater nicht ersetzen. Aber sie ersetzt die administrative Routine. Denken Sie an die Aufbereitung von Markt- und Portfoliodaten, Compliance-Anforderungen oder die zeitaufwendige Vorbereitung von Jahresgesprächen. Wenn ein Berater dank KI-Unterstützung statt zwei Stunden Vorbereitung nur noch 15 Minuten braucht und dabei tiefere Einblicke in die Depotstruktur erhält, gewinnt er wertvolle Zeit für das, was wirklich zählt: das persönliche Gespräch, das Verständnis für die Lebenssituation des Kunden und die Empathie. KI macht die Vorbereitung präziser und das Gespräch umfassender.

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