Künftiger Diözesanökonom Diözese Eichstätt beruft Finanzdirektor

Florian Bohn: Geplant ist, Bohn am 1. Oktober 2018 auch zum Diözesanökonomen zu ernennen. | © pde-Foto: privat

Florian Bohn: Geplant ist, Bohn am 1. Oktober 2018 auch zum Diözesanökonomen zu ernennen. Foto: pde-Foto: privat

Die Erzdiözese Eichstätt nahe Ingolstadt hat Florian Bohn zum neuen Finanzdirektor ernannt. Mit der Berufung des 39-Jährigen reagiert die Diözese unter anderem auf einen jüngst bekannt gewordenen Finanzskandal, der bis zu 60 Millionen Euro Schaden verursachen könnte.

Bohn kommt vom Münchner Immobilienmanager Wackler Facility Management, für den er seit 2015 als Geschäftsführer tätig ist. Zuvor war der studierte Betriebswirt bei verschiedenen mittelständischen Unternehmen unter anderem als Investmentchef beschäftigt. Im Laufe seiner Karriere war er den Angaben zufolge mit der Personalführung von bis zu mehreren hundert Mitarbeitern sowie mit Restrukturierungsaufgaben betraut.

Berufung zum Diözesanökonomen geplant

Bohn werde seine Tätigkeit als Hauptabteilungsleiter im Bischöflichen Ordinariat Anfang April aufnehmen. Geplant sei, ihn mit Wirkung zum 1. Oktober 2018 auch zum Diözesanökonomen zu ernennen. Gemäß den Bestimmungen des Kirchenrechts verwaltet der Ökonom das Diözesanvermögen und ist dabei unmittelbar dem Bischof verantwortlich.

Für das Profil des neuen Finanzdirektors waren den Angaben zufolge die Vorgaben der Transparenzoffensive des Bistums und die daraus resultierenden Compliance-Strukturen maßgeblich, wonach die Position mit einem ausgewiesenen Fachmann aus der Wirtschaftspraxis zu besetzen ist. Die Stelle ist seit 1. Januar 2017 vakant, nachdem der damalige Domdekan Willibald Harrer seinen Rücktritt vom Amt des leitenden Finanz- und Baudirektors der Diözese Eichstätt eingereicht hatte.

Hintergrund der Berufung ist ein Finanzskandal: Ein ehemaliger Mitarbeiter der Erzdiözese soll in mehr als 30 Fällen Kredite für Bauvorhaben in den USA vergeben haben, ohne diese etwa durch eine Grundschuld abzusichern. Im schlimmsten Fall droht der Diözese ein Schaden von 60 Millionen US-Dollar – das wäre ein Sechstel des gesamten Anlagevermögens. Möglich geworden war der Fall offenbar auch, weil die nötige Expertise fehlte: Laut Strafanzeige handelte es sich bei dem Verantwortlichen um einen Geistlichen „ohne tiefergehende wirtschaftliche Kenntnisse.“