Analyse der Sutor Bank Kryptomarkt: Ether bei Anlegern mittlerweile fast so beliebt wie Bitcoin

Eine Filiale der Sutor Bank in Hamburg

Eine Filiale der Sutor Bank in Hamburg: In einer Analyse hat die Bank die Handelsvolumen unterschiedlicher Kryptowährungen untersucht. Foto: Imago Images / Teamwork

Die Entwicklung der Handelsvolumen von Kryptowährungen hat die Sutor Bank durch eine Analyse der eigenen Handelsdaten des Jahres 2021 untersucht. Dabei zeigte sich, dass Ethereum und andere digitale Währungen hinsichtlich Marktkapitalisierung und Handelsvolumen gegenüber Bitcoin aufholen.

Handelsvolumen von Ether und Bitcoin gleichauf

„Im Januar 2021 lag die Aufteilung des Bitcoin-Ether-Handelsvolumens bei 70 zu 30. Im Dezember hatte sich das Verhältnis umgedreht“, sagt Hartmut Giesen, Digitalisierungsexperte bei der Hamburger Sutor Bank. Ab Mai sei das Ether-Handelsvolumen entweder immer stärker oder nahezu gleichauf mit dem des Bitcoins gewesen. Auf das ganze Jahr gerechnet, lagen beide Kryptowährungen fast gleichauf.

„Zwar spielen einige interne Effekte eine Rolle, etwa weil wir im Lauf des Jahres die handelbaren Währungen von fünf auf zwölf gesteigert haben und darunter der Bitcoin mehr gelitten hat als Ether. Aber insgesamt lässt sich eine Verschiebung des Handelsvolumens von reinen Währungs- zu Anwendungs-Blockchains feststellen“, meint Giesen.

Im Dezember 2021 hatte Bitcoin nur noch einen Anteil von 22 Prozent gemessen am Volumen über alle zwölf bei den Sutor-Partnern handelbaren Kryptowährungen, Ether dagegen 46 Prozent. „Während Bitcoin sich als digitales Gold für die Wertaufbewahrung etabliert hat, dessen Preis sich nur aus Angebot und Nachfrage speist, hat man mit Ether einen Anteil der mächtigsten dezentralen Anwendungsplattform im Wallet“, erklärt Krypto-Experte Giesen.

Auf der Ethereum-Blockchain werde eine Software ausgeführt, sogenannte Smart Contracts. „Sie ist eine Art Betriebssystem für dezentrale Software-Anwendungen“, so Giesen. Damit gebe es einen inhärenten Wert von Ether, der sich danach bemisst, wie stark die Ethereum-Blockchain von Entwicklern für Smart Contracts genutzt wird. Und diese Verwendung habe 2021 zugenommen.

„Auf Ethereum laufen Anwendungen aus den Bereichen Decentralized Finance, NFT oder Metaverse, die gerade eine gewaltige Entwicklung erfahren“, unterstreicht Giesen. Wenn Nutzer in diesen Bereichen aktiv werden wollten, müssten sie Ether kaufen, was sich in der Preisentwicklung niederschlagen würde, so der Krypto-Experte.


So entwickelte sich die Bitcoin-Dominanz

Die Bitcoin-Dominanz, die das Verhältnis der Marktkapitalisierung vom Bitcoin zum restlichen Kryptomarkt beschreibt, sei von 61 Prozent im Januar 2021 auf 39 Prozent im Mai gefallen und bewege sich seitdem mit wenigen Ausreißern nach oben im 30-Prozent-Bereich, was sich relativ exakt in den Handelsdaten widerspiegele. Heute liege die Bitcoin-Dominanz wieder bei 40 Prozent.

„Langfristig gehen wir davon aus, dass der Bitcoin-Preis in erster Linie durch makroökonomische und regulative Impulse bestimmt wird. Kryptowährungen, die mit Anwendungen verbunden sind, werden sich davon nicht komplett abkoppeln können, aber ihr Preis wird sich auch an dem technologischen oder prozessualen Wert orientieren, die die Anwendungs-Blockchain und die darauf basierende dezentrale Funktionen hat“, stellt Giesen fest.