Zuerst waren es vornehmlich Privatanleger, die Bitcoin und weiteren Kryptowährungen ihr Vertrauen ausgesprochen hatten. Doch mittlerweile haben digitale Assets auch bei institutionellen Investoren einen festen Platz im Portfolio eingenommen. Dies verdeutlicht eine aktuelle Umfrage von Coinbase und Ernst-&-Young-Parthenon.
Demnach planen 73 Prozent der befragten institutionellen Investoren, ihre Allokation in digitale Assets in diesem Jahr trotz einer erhöhten Volatilität zu verstärken. Fakt ist, Bitcoin und weitere Kryptowährungen sind mittlerweile fester Bestandteil des Finanzsystems.
Obwohl die Nachfrage unter allen Anlegergruppen zunimmt, tun sich Privatbanken weiterhin schwer, ein eigenes Angebot für ihre Kunden aufzusetzen. Dabei sind die Renditechancen für Finanzhäuser erheblich – vor allem, wenn man das passende Modell wählt.
Kryptowährungen im Private Banking
Gerade im Private Banking spielen digitale Assets, und darunter vor allem Kryptowährungen, eine Rolle. Während auf der einen Seite der Wunsch der Kunden nach weiterer Diversifizierung und Inflationsabsicherung befriedigt werden soll, stehen auf der anderen Seite hohe Anforderungen an Sicherheit und Compliance.
Grundsätzlich kann ein solches Angebot über zwei Wege in die eigene Produktpalette integriert werden: die Anbindung an den Kryptohandel erfolgt entweder über den sogenannten Single-Broker-Ansatz oder als Multi-Venue-Ansatz über den Aufbau einer eigenen Handelsinfrastruktur.
Externer Dienstleister: Der Single-Broker-Ansatz
Beim Single-Broker-Ansatz wickelt die Bank den Kryptohandel und die -verwahrung über einen externen Broker ab. Dieser Ansatz mag verlockend sein, doch faktisch wird die Kontrolle über das Produkt abgegeben. Das betrifft nicht nur die Angebotsseite und die Weiterentwicklung in einem sich dynamisch entwickelten Markt, sondern auch die Preisgestaltung. Das ist wortwörtlich der Preis, den man als Finanzinstitut für diesen Komfort zahlt.
Die Alternative ist der sogenannte Multi-Venue-Ansatz. Dabei wird eine eigene Handelsinfrastruktur aufgebaut, bei der auf verschiedene Handelsplätze für digitale Assets zugegriffen wird. Dieser Weg scheint auf den ersten Blick mit einem höheren operativen und finanziellen Aufwand verbunden zu sein, ermöglicht aber auch einen höheren Gestaltungsspielraum und damit ein größeres Ertragspotenzial für die Privatbank. Die Erfahrung zeigt, dass die Integration eines Handelssystems in eine bestehende Bankeninfrastruktur auch kein Hexenwerk ist.
Preisdifferenzen mit Smart Order Routing ausnutzen
Kern einer eigenen Handelsinfrastruktur ist das Order- und Execution Management System (OEMS), welches den gesamten Zyklus beim Kryptohandel abdeckt und die verschiedenen Komponenten steuert und automatisiert. Entsprechende OEMS werden mittlerweile nahtlos in das bestehende Kernbanken- und Verwahrungssystem integriert. Nur dann ist sichergestellt, dass das Produktangebot und Leistungen rund um den Krypto-Asset-Handel stetig erweitert und skaliert werden können.
Neben Kryptowährungen könnten etwa tokenisierte Wertpapiere oder Stablecoins Teil des Produktportfolios werden, ohne etwas am aufgesetzten OEMS ändern zu müssen. Auch die Integration weiterer Servicefunktionen wie erweiterte Reporting-Möglichkeiten, Echtzeit-Analysen oder exklusive Leistungen für institutionelle und vermögende Kunden sind möglich. Gerade dies sind Dienstleistungen, die hohe Renditechancen versprechen.