Zwischen Wildem Westen und Regulierung
Dem stimmt auch Marco Infuso zu, Chief Sales Officer bei Valour. „Die Krypto-Adoption geht zwischen 30 und 35 Prozent schneller voran als seinerzeit die Adoption des Internets.“ Sein börsennotiertes Unternehmen bietet ETPs zu verschiedenen Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Cardano, Polkadot, Solana oder Uniswap. „Wir bilden die Brücke zwischen der traditionellen Investmentgesellschaft hin zur digitalen neuen Assetklasse“, so Infuso. Und er rechnet vor: Würde die Hälfte der Goldbesitzer ihre Bestände gegen Bitcoin tauschen, läge der Preis bei etwa 300.000 Euro.
Axel Ullmann ist bei Aaro Capital und leitet von Deutschland aus die Vertriebsaktivitäten in der Region. Er konzentriert sich auf institutionelle Kundenbeziehungen. Er hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in leitenden Vertriebs- und Managementfunktionen in der Vermögensverwaltungsbranche. Er vergleicht den Status Quo der Kryptowelt ein wenig mit der Hedgefonds-Industrie Anfang der 1990er: „Es ist immer noch ein bisschen Wilder Westen. Deshalb ist es gut, dass es mehr Regulierung gibt. Die Branche wird damit vertrauenswürdiger und damit auch für institutionelle Investoren interessanter.“
Die Aaro Dachfonds-Strategien selektieren mithilfe eines mehrstufigen Auswahlverfahrens aus knapp 1000 Krypto-Fonds eine Handvoll, in die das Team investiert. Mit hohen Regulierungsstandards, einem Fokus auf Risikomanagement und einem mehrstufigen Due-Diligence-Verfahren möchte man vor allem Family Offices und andere institutionelle Investoren ansprechen. Bislang stecken nur ein paar Millionen Euro im eigenen Fonds. Doch das Team verfolgt ambitionierte Pläne.
Ein Stück vom Lieblings-Song
Einen anderen Ansatz wählt Wolfgang Männel von Blockchain Founders Capital. Hierbei handelt es sich um einen klassischen Venture-Capital-Fonds, der frühphasig in Unternehmen aus dem Blockchain-Segment investiert. Derzeit habe man 8 Unternehmen im Portfolio, so Männel. Bei jedem Unternehmen rechnet man damit, die Anteile 5 bis 7 Jahre zu halten. „Deshalb setzen wir setzen nicht auf kurzfristige Hypes.“
Dass mit der Blockchain auch völlig neuartige Geschäftsmodelle möglich sind zeigt das Unternehmen Biddz, das zum Portfolio von Blockchain Founders Capital gehört. Arbeiten Künstler mit der Plattform zusammen, können Fans Anteile von Songs erwerben und somit an Tantiemen mitverdienen. Gibt es ein paar Jahre später den großen Durchbruch, spiegelt sich das auch in den Erlösen wieder. „Zudem schafft man so eine engere Bindung zwischen Künstler und Fans“, erklärt Ben Horvath, Partner bei Blockchain Founders Capital.
Ein Stück vom Lieblings-Hit besitzen, wenn auch nur ein winzig kleines - so kann die technisch abstrakte Blockchain plötzlich ganz viele Emotionen auslösen.