KPMG warnt Vermögensverwalter „Stellt euch auf Veränderung ein, sonst wird euer Geschäft nicht überleben“

In den nächsten 15 Jahren wird sich die weltweite Vermögensverwalter-Industrie radikal verändern, meint die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Der Grund: Tektonische Verschiebungen in Kundendemographie und Technologie sowie Veränderungen der sozialen Werte und des Verhaltens.

Im neuen Report „Investing in the Future“ sagt KPMG voraus, dass der Kundenstamm eines typischen Vermögensverwalters künftig komplett anders sein wird als heute. Die Generation X gehe in Rente, Generation Y sei reifer und die Mittelschicht in den Schwellenländern größer. Dann könnten gegenwärtige Geschäftsmodelle nicht mehr passen, warnt KPMG.

„Wir sind am Rand der größten Erschütterung, die die Industrie bisher erfahren hat“, sagt Tom Brown, Investmentchef bei KPMG. „Das Signal an die Vermögensverwalter ist deutlich: Stellt euch auf Veränderung ein, sonst wird euer Geschäft nicht überleben.“

Der erfolgreiche Vermögensverwalter von morgen müsse laut KPMG eine ganzheitliche Beziehung zu einer komplett anderen und durchwachseneren und vor allem viel jüngeren Klientel aufbauen. Außerdem müsse er berücksichtigen, dass Frauen zunehmend einen größeren Teil der Familienvermögen verantworten.

Außerdem: „Technologie spielt in der Zukunft der Industrie eine kritische Rolle“, meint Ian Smith, Finanzservice-Strategie-Partner bei KPMG. „Die künftigen Kunden werden andere Bedürfnisse und Erwartungen haben.“ Sie würden vor allem mehr personalisierte Informationen erwarten, meint Smith weiter. Um guten Service zu bieten, müssten Vermögensverwalter ihre Kunden daher wirklich verstehen und ihre Plattformen so umbauen, dass sie einem durchwachseneren Kundenstamm gerecht werden. Letzteres ist besonders wichtig, da die meisten Menschen laut Report künftige ihre Investments im Internet kaufen – kaum noch direkt beim Berater. Vor dem Kaufen würden sie sich zudem vermehrt selbst informieren – vor allem auf Tripadvisor-artigen Internetseiten, auf denen Nutzer ihre Erfahrungsberichte veröffentlichen.

„Die wachsende Relevanz von Online-Gemeinschaften und sozialen Netzwerken verändert die Einstellungen und das Verhalten der Kunden“, fasst Smith zusammen. „Sie suchen vermehrt nach Menschen wie ihnen selbst und nicht nach professioneller Beratung, Führung und Leitung.“