KPMG-Studie Hälfte der Schweizer Private-Banking-Anbieter könnte vom Markt verschwinden

Passanten laufen an einer Filiale der UBS in Zürich vorbei

Passanten laufen an einer Filiale der UBS in Zürich vorbei: Die Schweizer Großbank war bei Übernahmen und Zukäufen zuletzt besonders aktiv. Foto: Imago Images / Just Pictures

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Die Wirtschaftsberatung KPMG hat in einer großangelegten Studie 76 Private-Banking-Anbieter aus der Schweiz analysiert. Das Ergebnis: Fast die Hälfte der Institute könnte vom Markt verschwinden. Denn laut der Analysten verloren die schwächer aufgestellten Banken zuletzt zunehmend Marktanteile, viele von ihnen weisen zudem Verluste aus. Das könnte dazu führen, dass viele der Anbieter den Markt verlassen.

Gleichzeitig etablieren sich die Institute, die eine Cost-Income-Ration von unter 70 Prozent vorweisen können, dauerhaft: 16 der 19 Institute konnten bereits im Vorjahr ein ähnlich gutes Ergebnis vorweisen. Auf der anderen Seite konnten sich die Banken mit den schlechtesten Cost-Income-Ratios aus dem Jahr 2020 auch 2021 nicht in ihrem Ergebnis verbessern: Knapp 80 Prozent der 23 Institute stagnierten bei einem Cost-Income-Median von etwa 99 Prozent. Insgesamt neun Banken wiesen einen operativen Verlust aus.

Immerhin: Insgesamt stieg der Bruttogewinn der 76 analysierten Banken von 3,8 auf 5,8 Milliarden Schweizer Franken im Jahr 2021 – bei einem verwalteten Vermögen von 3,3 Billionen Schweizer Franken. Damit erreichten die Schweizer Anbieter ein neues Rekordvolumen. Die Nettozuflüsse lagen 2021 bei 131 Milliarden Franken. Insgesamt drei Viertel der Banken konnten Zuflüsse verbuchen, während besonders die Aktien- und Fremdwährungsmärkte das verwaltete Volumen gleichzeitig nach oben trieben.

Philipp Rickert, Partner und Leiter für Finanzdienstleistungen, verweist auf die besondere Strukturierung des Schweizer Marktes: „Die größten acht Banken dominieren den Schweizer Privatbankenmarkt und tragen wesentlich dazu bei, dass sowohl Nettoneugelder als auch die verwalteten Vermögen ein Rekordniveau erreicht haben.“ Denn: Diese acht Banken verwalten auch rund 80 Prozent des insgesamt in der Branche verwalteten Vermögens. Ihr Einfluss ist dementsprechend groß.

Die kommenden Monate werden für schwächere Banken schwierig

Die Zahl der kleineren Banken sank im Laufe des vergangenen Jahres von 46 auf 38 Institute, die allerdings nur für 2 Prozent des verwalteten Vermögens insgesamt aufmachen. Im Jahr 2010 lag ihre Zahl noch bei 104. Rickert verweist aber darauf, dass die Situation für die Schweizer Banken im laufenden Jahr fordernder geworden ist: „Selbst für die starken Banken wird es schwierig sein, dieses hohe Wachstum zu halten angesichts der große Herausforderungen in den bevorstehenden, schwierigeren Zeiten“, erklärt er und ergänzt: „Die schwächeren Banken stehen hingegen noch vor viel größeren Herausforderungen und werden möglicherweise nicht überleben.“

So fällt auch die Zahl der Schweizer Banken seit Jahren kontinuierlich. Ende 2020 gab es 99 Private-Banking-Anbieter, im Juni 2022 waren es noch 92. Seit Januar 2021 zählt KPMG insgesamt 27 Zukäufe und Übernahmen im Schweizer Private-Banking- Sektor, von denen 22 den großen Banken zugeordnet werden können. Besonders die UBS zeigte sich zukaufsfreudig: Vier internationale und eine Transaktion am Heimatmarkt wickelte die Großbank ab.

Die gesamte Studie finden Sie hier.