Kostenfaktor Regulierung „Das Pendel ist zu weit in Richtung staatlicher Bevormundung ausgeschlagen“

Kostenfaktor Regulierung: „Das Pendel ist zu weit in Richtung staatlicher Bevormundung ausgeschlagen“

Am Finanzmarkt geistern neue Wörter herum. Zunehmend tauchen die Ausdrücke „Fintech“, „Robo Advisor“, „Big Data“ und „Social Trading“ in den Diskussionen der Geldbranche auf. Immerhin bezieht der Sektor bereits seit dem Ende des zweiten Weltkrieges seine Wegweisung aus den Vereinigten Staaten, wie die genannten Anglizismen sogleich belegen.

Deregulierungsbemühungen in den USA

Ob Performance, Compliance, Exchange Traded Funds (ETFs) oder Exposure, die wesentlichen Trends und zugehörigen Ausdrücke kommen einigermaßen verlässlich aus Übersee. Hier liegt, ganz nebenbei bemerkt, der tiefere Grund dafür, warum die aktuellen Deregulierungsbemühungen unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump für Europa und Deutschland noch große Bedeutung erlangen könnten.

Man muss nämlich kein Prophet sein, um das Überschwappen dieser Entwicklung nach Europa kommen zu sehen. Später wird es dann heißen, die alarmistische Regulierungswut nach der großen Finanzkrise 2007ff. habe das Pendel zu weit in Richtung staatlicher Bevormundung ausschlagen lassen. Tatsächlich gehört der Finanzsektor zu den am meisten mit staatlichen Regeln durchsetzten Branchen. Ob es hieran liegt, dass Deutschland auf diesem Gebiet international nur in der zweiten Liga spielt?

Beispiel gefällig? Die Fondsgesellschaftg Loys, deren Vorstand ich angehöre, musste für die Aufstellung ihres Jahresabschlusses das Kreditwesengesetz (KWG), die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk), die Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV), das Aktiengesetz (AktG), das Handelsgesetzbuch (HGB), die Finanz- und Risikotragfähigkeitsverordnung (FinaRisikoV), das Geldwäschegesetz (GwG), die Prüfungsberichtsverordnung (PrüfbV) und die Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) berücksichtigen.

Die vielen steuerlichen Vorschriften kommen dann noch einmal extra hinzu. Vom statistischen Meldewesen im Fondsgeschäft an Bundesbank und Bafin wollen wir gar kein weiteres Wort schreiben.