Was die Deutsche Bank integriert Das letzte Kapital von Sal. Oppenheim

Portal der Privatbank Sal. Oppenheim in Köln: Für Teil der Oppenheim-Mannschaft geht es bei der Deutschen Bank im Wealth oder Asset Management weiter. | © Sal. Oppenheim

Portal der Privatbank Sal. Oppenheim in Köln: Für Teil der Oppenheim-Mannschaft geht es bei der Deutschen Bank im Wealth oder Asset Management weiter. Foto: Sal. Oppenheim

Der 30. Juni 2018 wird der letzte Tag der ehemals größten Privatbank Europas, dem Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim, sein. Der heutige Deutschen-Bank-Chef, Christian Sewing, hatte die Auflösung des seit 2009 zur Deutschen Bank gehörenden Instituts im vergangenen Oktober bekannt geben. Keine Zwei-Marken-Strategie für die Wealth-Management-Klientel.

Ganz weg ist die Bank natürlich nicht: Eine Rumpfmannschaft wird eine Legacy-Struktur des Bankhauses aufrechterhalten. Insofern werden Mitarbeiter wie Finanz- und Risikovorstand Henning Heuerding weiterhin eine Aufgabe haben. Was aber geschieht mit dem Gros der Sal. Oppenheimer?

Viele Kunden ziehen um

Hört man sich im Markt um, taucht immer wieder eine Zahl von zwei Dutzend Mitarbeitern aus dem Vertrieb auf. Laut Geschäftsbericht 2016 betreute Sal. Oppenheim rund 1.200 Kunden. Deren Betreuung ist attraktiv und zudem wurde das Wertpapiergeschäft der Kunden ohnehin seit einiger Zeit auf der IT-Plattform des Mutterkonzerns Deutsche Bank abgewickelt. Privatkunden bekamen in den letzten Wochen daher Anschreiben, die ihnen den Wechsel ins Wealth Management der Deutschen Bank nahelegten. Wie aus dem Umfeld der Deutschen Bank zu hören ist, sollen erfreulich viele Kunden diesen Weg mitgegangen sein, von bislang drei Viertel der Kundengelder ist die Sprache.

Wie viel das absolut für das Wealth Management der Deutschen Bank ist, bleibt unklar. Das verwaltete Kundenvolumen von Sal. Oppenheim betrug laut  2016er Jahresbericht 49,2 Milliarden Euro, von denen allerdings 23,5 Milliarden Euro auf die Luxemburger Tochter entfielen, die Ende 2016 an Hauck & Aufhäuser gegangen war. Wie sich die verbliebenen 25,7 Milliarden Euro auf das Insti-Geschäft und das mit vermögenden Privatkunden verteilen, bleibt unklar.

Bei der Deutschen Bank treffen die Privatkunden gegebenenfalls auf ihre altbekannten Bankberater wieder. Denn bei den oben erwähnten zwei Dutzend Mitarbeitern dürften es sich um Kundenbetreuer von Sal. Oppenheim handeln. Ob darunter auch das ein oder andere Führungspersonal wie die Niederlassungsleiter Cordula Haase-Theobald (Köln), Dirk von Padberg (Frankfurt), Doris Lemke (München), Friedrich Rogge (Düsseldorf) und Michael Sälzer (Hamburg) sind, werden voraussichtlich die nächsten Wochen zeigen. Über den Wechsel von Dieter von Beden, dem früheren Leiter Strategische Kunden von Sal. Oppenheim, zur Deutschen Oppenheim Family Office, ebenfalls einer Tochter der Deutsche Bank, hatte das private banking magazin bereits berichtet.

Hauptgewinn für die DWS

Neben Teilen des Wealth-Management-Geschäfts – Kunden wie Berater – hat die Deutsche Bank in den vergangenen Monaten den Übergang vieler Mitarbeiter aus dem Portfoliomanagement und dem Chief Investment Office geregelt. Dies soll bereits im ersten Quartal zum Abschluss gekommen sein.

Der Mutterkonzern und konkret die Deutsche Asset Management (Marke: DWS) holt sich damit eine lange Zeit vermisste Expertise ins Haus – der eigentliche Hauptgewinn für die Deutsche Bank. Bis auf einige wenige Angebote wie die sogenannten Croci-Fonds (Cash Return on Capital Invested) hatte die Asset-Management-Tochter wenig an quantitativen Investmentansätzen zu bieten. Dafür stand aber immer der Investmentprozess von Sal. Oppenheim, den lange Zeit Wolfgang Leoni geprägt hat. Es lag daher nahe, dass sich die Deutsche Asset Management große Teile der entsprechenden Sal. Oppenheimer-Mannschaft einverleiben würde.

Von den im Geschäftsbericht 2016 angegebenen rund 300 Mitarbeitern dürften im Laufe der Monate bereits einige gegangen sein. Zuletzt war immer von einer Mitarbeiterzahl von 200 bis 250 die Sprache. Wer also nicht aus Beraterschaft, Portfoliomanagement oder Chief Investment Office zur Deutschen Bank wechselt oder zur künftigen Legacy-Struktur bei Sal. Oppenheim gehört, wird sich spätestens ab 1. Juli einen neuen Job suchen müssen. Für diejenigen soll es einen Sozialplan geben.